… so betitelt SpOn einen Artikel. Und jetzt mal Hand-aufs-Herz und ganz ehrlich: Wer hat bei der Schlagzeile an einen Menschen mit dunkler Hautfarbe gedacht und wer an eine Frauenrechtlerin?
Monthly Archives: April 2005
Russisch(e) Probleme
Das ich meine grade erworbenen Uni-Kenntnisse so schnell mal anwenden könnte hätte ich nicht gedacht. Grade Montag stand noch auf einer Folie der Vorlesung “Rhetorik und Präsentation”, dass man sich am Ende einer Rede oder eines Vortrages nie für Schwächen entschuldigen solle. Was lese ich dann da grade bei SpOn? Frau Rice hat beim Benutzen ihrer Russischkenntnisse leicht gepatzt. Und:
Am Ende der sprachlichen Nervenprobe entschuldigte sich die frühere Sowjetexpertin. Sie sei etwas aus der Übung, und die russische Grammatik habe so schreckliche Fälle.
Benedikt XVI.
Auch wenn die Bild ja der Meinung ist, nicht Joseph Ratzinger, sondern “wir” seien Papst, ist dem nicht so. Ratzinger wurde gestern nach nur 26 Stunden zum neuen Papst bestimmt. Ich möchte das hier auch gar nicht werten, die Diskussion darum, ob und warum Ratzinger jetzt gut oder schlecht für den Posten geeignet sei ist an anderen Stellen schon genug geführt worden. Ich möchte auf eine ganz andere Sache hinweise: Eine verblüffende Ähnlichkeit, die Ratzinger von vielen Seiten nachgesagt wird. So viele Karikaturen in so wenig Zeit habe ich glaube ich noch nicht erlebt.
edit: Und weiter geht die lustige Karikatursammlerei.
Farbenblind?
Schwarz vs. weiß. Eigentlich keine schwere Entscheidung. Für einige Menschen aber scheinbar doch.
Die Musikindustrie und die Liedtexte
Die Musikindustrie ist bei vielen Menschen seit einiger Zeit unten durch. Grund dafür ist zum einen ihr Kampf gegen Raubkopierer, der sich auch mal in recht dubiosen Abmahn- oder Klagewellen äußert, als auch die hohen CD-Preise, als auch der Kopierschutz auf diesen CDs.
Teilweise finde ich diese Aufregung verständlich, weil ich die Methoden der MI, ihre wirtschaftlichen Interessen zu schützen auch teilweise nicht richtig finde. Nicht richtig ist hier auch im Sinne von “kontraproduktiv” zu sehen. Teilweise jedoch schiessen die Menschen deutlich über das Ziel hinaus. Grade jetzt zeigt sich das wieder gut. Ein Musikverlag hat die Betreiber vieler Seiten abgemahnt, die Liedtexte anbieten. Zuersteinmal sollte man sich hier klar machen, wer diese Musikverlage sind. Dafür hat der Spreeblicker einen sehr netten Artikel geschrieben, der sowieso sehr lesenswert ist, auch wenn ich ihm in einigen Punkten nicht zustimmen kann bzw. will.
Danach sollte man sich überlegen, ob diese Abmahnung wirklich so “böse” ist, wie sie gemacht wird. Hier wurde nicht jemand abgemahnt, der eine Sammlung alter CDs verkauft hat, bei der auch eine CD mit CloneCD drauf dabei war. Hier wurden (auch, wenn auch nicht ausschliesslich) Leute verklagt, die systematisch urheberrechtlich geschützte Werke auf ihrer Webseite ohne entsprechende Genehmigung veröffentlicht haben. Einige werden dies sicher einfach gemacht haben, weil sie die Band mögen und das für eine tolle Idee hielten, ihre private Fanseite mit den Texten zu schmücken. Aber wenn ich mich daran erinnere, wie meine letzte Suche nach Liedtexten ablief, sehe ich da auch eine andere, zumindest bei Google sehr viel prominentere Gruppe, die sicherlich auch viele Abmahnungen abbekommen hat: Menschen, die entweder Dialerzugänge für ihre Webseiten wollen oder die zumindest so viel Werbung auf der Seite haben, dass eine Gewinnerzielungsabsicht zumindest nicht offensichtlich zu verneinen ist. Und hier wird es interessant. Denn genau hier fange ich an, das Vorgehen richtig zu finden. Es kann nicht sein, dass Menschen mit den Leistungen Anderer Geld verdienen, diesen dann aber keine Vergütung zukommen lassen wollen. Zum Test habe ich grade nochmal bei Google nach “Phil Collins Lyrics” gesucht. Die erste Seite, die mir bei einer Einschränkung auf “Seiten aus Deutschland” und die auch nach einer deutschen Seite mit Liedtexten aussah auftauchte, beglückte mich mit zwei Bannern, einer Text-Anzeige für Klingeltöne und einem nicht schliessbaren Flash-Werbefenster mitten auf der Seite. Auch die “Surftipps” auf der Seite sahen alle nach “Geld verdienen” aus. So sieht für mich keine private Webseite aus. So sieht für mich eine Seite aus, die gemacht wurde, um Geld zu verdienen…
Student? Student!
Man merkt, dass man Student ist, wenn einem die Bäckereiangestellte nach dem Brötchen-fürs-Frühstück-holen einen schönen Nachmittag wünscht…
Hommingberger Gepardenforelle
Die Hommingberger Gepardenforelle, eine sehr seltene (um nicht zu sagen: nicht existente) Tierart, ist das Ziel eines Suchmaschinenoptimierungswettbewerbs bei Heise. Wäre doch gelacht, wenn ich durch diesen Eintrag nicht auf Platz 1 käme!
Maniac ist aber ein gut positionierter Gegenspieler. Mal gucken, wer gewinnt…
Einkaufswagen
Einkaufen ist immer wieder lustig. So auch heute. Als ich bei Kaisers die Kasse erreichte, sah ich, wie eine Verkäuferin grade das von irgendwem geöffnete Drehkreuz wieder an seinen Platz schob, damit die Leute da nicht einfach wieder rausmarschieren konnte. OK, könnte ja von einer Verkäuferin geöffnet worden sein, die etwas sperriges in den Markt schieben wollte. Also an sich nichts besonderes. Kaum saß die Verkäuferin jedoch wieder an ihrer Kasse, schob ein Kunde das Drehkreuz auf. Er kam da sonst nicht mit seinem Einkaufswagen durch. Sollte er ja auch garnicht, dafür standen die Einkaufswagen ja *im* Supermarkt, so dass man sich die nehmen konnte, nachdem man durch das Drehkreuz ging. Man kann jedoch natürlich außerhalb die Wagen wieder reinschieben. Der ganze Aufbau sieht also so aus: Links ist das Drehkreuz, rechts daneben ist eine Reihe Einkaufswagen, deren Ende direkt vor dem Ausgang steht und deren Anfang im Markt, rechts neben dem Drehkreuz steht. Der Mann hatte jedoch offensichtlich einen Wagen am Ende rausgezogen und selbst als er dafür das Drehkreuz wegschieben musste nicht verstanden, dass er das gar nicht sollte. Als der Mann dann im Markt war, kam wieder eine Verkäuferin und schloss das Drehkreuz. Natürlich brachte das nichts. Sie ging – und der nächste Kunde mit Einkaufswagen kam und öffnete das Drehkreuz wieder… Dann war ich aber endlich dran und musste das Trauerspiel nicht weiter beobachten.
Überwachung in den VAE
Autofahren macht Spaß. Mir jedenfalls. Und vielen anderen Deutschen ebenfalls. Und kaum jemand hält sich immer an die Regeln. In der Stadt sind 55-60 km/h normal, außerhalb hält sich auch kaum jemand an die Begrenzung (Außer auf der Strecke zum kölner Flughafen, auf der 100 km /h erlaubt sind. Wenn ich da wirklich mal 100 fahre, dann nur auf der Gegenfahrbahn, weil ich grade mal wieder jemanden überhole, der 70 fährt. Aber das ist eine andere Geschichte.). Die Deutschen können sich da glücklich schätzen, dass sie Deutsche und nicht Bewohner der Vereinigten Arabischen Emirate sind. Dort wird nämlich demnächst bei solchen Übertretungen der Bordcomputer meckern. IBM und die Regierung der VAE bauen ein riesiges Verkehrsleit- und -überwachungssystem auf. Eine traurige Zukunftsvision, wenn der Staat protokolliert, wo genau sich welcher Bürger zu welchem Zeitpunkt befand. Wenn ein Staat solch ein Mißtrauen gegen die eigene Bevölkerung hat, hat dieser Staat bereits verloren. Hoffentlich macht dieses Beispiel nicht Schule.
Wie bei den ganzen anderen “Sicherheitsmaßnahmen”, wie beispielsweise den biometrischen Informationen in Reisepässen, sehe ich auch hier keinen realen Sicherheitsgewinn. Autodiebe werden schon rausfinden, wie man die Systeme aushebelt und Terroristen, die ja für so ziemlich alles als Begrüdung herhalten müssen, fahren halt mit ausländischen Führerscheinen in geklauten Autos. Glaubt wirklich irgendjemand, sowas würde einen Menschen abhalten, der sein Leben opfern will und dabei Hunderte mitnimmt?
iPodding seriously damages your chances of getting laid…
… behauptet jedenfalls The Register. Telepolis hat auch einen Artikel darüber. Ganz nett zu lesen, wenn TP so weitermacht lese ich sie vielleicht sogar wieder reglmäßig.