Karneval der Kulturen

Gestern war hier in Berlin der 10. Karneval der Kulturen. Viereinhalb Stunden brauchte der Zug laut Zeitplan um an einem Ort vorbeizuziehen. Rund 90 Gruppen waren beteiligt, einige Wagen zogen lange Schlangen von Menschen hinter sich her. Insbesondere der RadioEins-Wagen ist hier zu nennen. Vorne ein kleiner Unimog, der die Anlage und ein paar Tänzer in blöden Kostümen enthielt und dahinter eine 50 Meter lange Menschenmenge, die ihm hinterhertanzte.

Es war ein sehr farbenfroher Umzug, wie auch auf den Bildern beim rbb zu sehen ist. Es gab viel Musik, viel Tanz. Besonders häufig dabei: Südamerikanische Musik und entsprechender Tanz. Sambagruppen waren jede Menge dabei. Einige taten mir ob des Wetters sehr leid. Grade einige der Mädels in Tangas und sehr knappen Bikini-Oberteilen mussten bei nichtmal 15 Grad und Anfangs sogar leichtem Regen vermutlich einiges durchstehen. Am schlimmsten getroffen hatten es aber einige Tänzer aus irgendeinem ozeanischen Land: Sie traten nur in Hosen auf, also oben-ohne.

Sehr beliebt waren auch Menschen auf Stelzen. Am besten hat mir persönlich einer gefallen, der sich immer mal wieder kleinere Kinder aus dem Publikum griff, sie auf seine Stelzen hob und dann mit ihnen tanzte. Aber auch eine Gruppe von Stelzengängern, die sich als Libellen (?) verkleidet hatten, waren sehr schön anzusehen.

Als letzte Anekdote sei noch gesagt, dass ich jetzt endlich weiß, wo Hessen liegt. Es liegt vor Mexiko, wie man einer Weltkugel entnehmen konnte, die ebenfalls mitgeführt wurde.

Insgesamt ein sehr schöner Umzug, auch wenn mir nach fast 4 Stunden stehen die Füße doch recht weh taten, weswegen wir dann auch nicht ganz bis zum Ende blieben.

Die Tücken der Technik

Nicht immer habe ich mein eigentliches Notebook zur Verfügung. Manchmal werde ich an mein zweites, altes Notebook vertrieben. Leider ist dessen Netzwerkkarte kaputt. An sich ja kein Problem: Ich bin sowohl im Besitz eines Access Points als auch einer (in besagtes Notebook eingebaute) WLAN-Karte. Normalerweise sitzt an diesem Notebook allerdings meine Freundin. Auch das sollte mit der Benutzerverwaltung ja kein Problem sein, kriegt halt jeder sein Profil und gut ist. Pustekuchen. In ihrem Profil funktioniert WLAN, in meinem sind zum einen sämtliche WLAN-Profile (inkl. WEP-Keys etc.) weg, zum anderen lässt sich auch partout keine WLAN-Verbindung aufbauen. Ich verstehe es nicht. Jetzt muss ich also doch mit ihrem Profil arbeiten…

Terrorstufen und Präsidentenadjutanten

In Washington D.C. ist heute eine Cessna in Regionen gefolgen, in die sie nicht hätte fliegen dürfen, nämlich in die Flugverbotszone um was Washington Monument. An sich nicht besonders interessant, zeigt nur mal wieder die Paranoia, die dort herrscht. Lustig fand ich aber den folgenden Abschnitt:

Der Präsident, der während des Vorfalls auf einer Fahrradtour außerhalb der Hauptstadt unterwegs war, sei von seinem Adjutanten über den Vorfall informiert worden.

Ich kriege, seit ich diesen Satz gelesen habe, nicht mehr das Bild aus dem Kopf, wie Bush auf einem Hollandfahrrad durch einen Park radelt und plötzlich von mindestens vier Seiten schwarze Chevy-SUV mit Blau- und Rotlicht angerast kommen, den halben Park umpflügen und dann rutschend um Bush herum anhalten, wie alle Türen auffliegen und aus jedem Auto ein MIB herausspringt, die einen bestimmen, der dann Bush “A Cessna flew towards the Whitehouse” ins Ohr raunt und wie die Autos dann sofoert wieder verschwinden, um Bush in Ruhe weiterradeln zu lassen…

Deutschland und seine Zukunft

Bei Spreeblick kann man grade die Meinung des Spreeblickers zur Kampagne “Du bist Deutschland” lesen. Zusammengefasst: Er ist nicht begeistert. Aber was mir dabei so einfällt, worüber ich schon lange mal lästern wollte: Leute, die meinen, es sei toll, Alles und Jeden auszunutzen.

Ich zahle für Leistung. In vielerlei Hinsicht. Ich kaufe CDs, ich kaufe DVDs, ich kaufe Software. Ich gehe in der Uni in die Cafeteria und hole mir da meinen Kaffee obwohl ich weiß, dass nebenan eine Kaffeekanne rumsteht, aus der ich mich bedienen könnte (was ich dann ab und zu auch tue, aber ich will es halt nicht übertreiben). Ich bezahle sogar meine GEZ-Gebühren. Und ich bin damit offensichtlich out.

Da gibt es Leute, deren erster Gedanke, wenn sie irgendwas irgendwo rumstehen/rumliegen sehen ist es, wieviel sie davon jetzt klauen. Die Fragen mich, wenn ich grade mit einem Paket Papier an der Kasse eines Ladens stehe, warum ich mir Papier denn kaufe, das kann man doch in der Uni mitgehen lassen (Die Admins bei uns sind so nett und legen neben jeden der Studentendrucker ein paar Pakete, damit die Studenten nachfüllen können, wenn das Papier leer ist). Oder Leute, die raten anderen Leuten, denen es finanziell keineswegs schlecht geht, einfach mal Wohngeld zu beantragen, vielleicht wird es ja was.

Ich frage mich, ob diese Leute einfach geistig so minderbemittelt sind, dass sie nicht verstehen, dass sie damit allen schaden oder ob sie einfach solche Arschlöcher sind, das es ihnen egal ist. Durch solche Deppen werden wir irgendwann in der Uni zu den Admins rennen müssen und für jedes Blatt einzeln unterschreiben müssen, durch solche Deppen fehlt es meiner Uni am Geld für neue Rechner oder Beamer oder was weiß ich was, weil das für Papier und neue Mäuse (die verschwinden nämlich auch regelmäßig) ausgegeben werden musste, durch solche Deppen werden unsere Sozialsysteme abgeschafft. Bitte versteht den letzten Punkt nicht falsch: Ich meine hier explizit nicht Leute, die wirklich Wohngeld oder andere Leistungen benötigen, um über die Runden zu kommen. Ich meine hier Leute, die es einfach mal so beantragen, auch wenn sie es nicht brauchen.

Bin ich wirklich so altmodisch oder komisch? Ist es wirklich einfach “out”, andere nicht ausnutzen zu wollen? Ich nehme gerne Angebote an. Ich trinke auch mal den einen oder anderen Kaffee auf die Kosten des Profs, bei dem ich arbeite (Natürlich erlaubterweise, er kommt aus einer Kanne mit einem Aufkleber “Studenten”). Würde ich es brauchen hätte ich auch kein Problem damit, Bafög zu beantragen.

Und um mal auf den Ausgangspunkt zurückzukommen: Diese Abzockermentalität ist in meinem Umfeld leider ziemlich weit verbreitet. Und genau diese Mentalität ist es, die weg muss, wenn irgendwas in diesem Land wieder anständig laufen soll… Das sehe ich genau andersherum wie der Spreeblicker, der sagt:

Ihr, die ihr mit “Slogans” wie Geiz ist geil oder Lass dich nicht verarschen dafür sorgt, dass Raffgier, Egoismus und Übervorteilung anderer die tonangebenden deutschen Tugenden geworden sind.

Ich sehe in dieser Werbung nur die logische Folge dieser Mentalität. Wenn die Leute geiz wollen, wird die Werbung ihnen dieses bieten. Wenn die Leute nicht mehr bereit sind, für Qualität auch zu zahlen, warum sollte die Wirtschaft ihnen Qualität bieten? Sowohl beim Staat als auch bei der Wirtschaft gilt: Wir bekommen das, was wir verdienen. Bei der Wirtschaft etwas weniger, aber beim Staat dafür um so mehr.

SpOn und die Studienabbrecher

Was will SpOn uns eigentlich mit der Serie zu Studienabbrechern sagen? Hat jemals jemand wirklich behauptet, dass man ohne Uniabschluss keine Chance hat? Grade in den Berufen, die SpOn da so zeigt, rechne ich nicht mit Studierten. Warum sollte man studieren müssen, um zu TV-Shows zu moderieren oder um Musik zu machen? Studenten sind sicherlich in einigen Bereichen besser ausgebildet, aber für viele Berufe ist ein Studium völlig unnötiger Overkill…

Die Zukunft des Netzes und der Informationen

Gestern bekam ich von einem Freund ein Flash-Video zur Zukunft des Netzes. Dabei wird vorausgesagt, das Google und Amazon die Zukunft dominieren, weil sie die beste Suchtechnologie haben und am meisten über die Menschen wissen und deshalb die Angebote sehr gut personalisieren können. Ich denke, dieses Video sollte eine Schreckensvision darstellen, aber ich finde es eigentlich gar nicht so schrecklich. OK, das Ende ist nicht mehr schön, aber die Idee, personalisierte Nachrichten aus sehr vielen Quellen zu erhalten, finde ich gut. Gibt es aber ja heute schon in Ansätzen: RSS. Ich warte noch auf personalisierte RSS-Feeds, die kommen aber sicher. Wenn nicht entwickele ich die halt für mich selbst. Patentierbarkeit ist zwar hiermit nicht mehr gegeben, aber egal – nützlich wäre es allemal…

Ich fand an dem Video am interessantesten das die Ideen nicht einfach als “Spinnerei” abgetan werden kann. Das ist glaube ich eine Premiere für solche Videos. Die Ideen sind einfach die konsequente Fortführung der aktuellen Entwicklungen. Sehr schön beobachtet.

Zum Abschluß noch eine Frage: Kennt jemand das EPIC-Logo? Ich meine, das so (inkl. dem PI als Symbol Pi) schonmal gesehen zu haben. Ich weiß aber nicht mehr wo…

Die Polizei, dein Freund und Falschfahrer

Heute vor 60 Jahren ist der zweite Weltkrieg in Europa beendet worden. Das war Anlass für eine Menge Demos, inklusive einer Demo der NPD. Diese war sogar zum einen Anlass einer Änderung des Versammlungsrechts gemacht worden. Nun darf an bestimmten Orten nicht mehr demonstriert werden. Aber darum soll es hier gar nicht gehen. Sondern um das natürlich bei solch einer Demo unvermeidliche Polizeiaufgebot. Laut SpOn sind es “mehrere Tausend Kräfte” aus dem gesamten Bundesgebiet. Zumindest letzteres kann ich bestätigen, da gestern ein grün-weißer VW-Bus mit “WI”-Kennzeichen und einer Hundertschaftenkennzeichnung in der Heckscheibe rechts an mit vorbeifuhr. Auf der Busspur. Natürlich nicht mit Blaulicht oder Horn, sondern einfach so, vermutlich weil die anderen, auch ohne gegen die Verkehrsregeln zu verstossen befahrbaren Spuren zu voll waren. Sehr gut gemacht, die Herren. So funktioniert Verkehrserziehung.

2BE or not 2BE…

… vor dieser Frage standen wir gestern Abend. Aber ich fange mal am Anfang an. Am frühen Abend rief mich ein Kumpel an, ob wir nicht was unternehmen wollten. Er wollte mit einer und mit seiner Freundin in einen eher schlechten Club namens Matrix gehen. Weil wir aber eh nichts besseres zu tun hatten sagten meine Freundin und ich zu. Als wir dann vor dem Matrix standen, entschieden wir uns spontan um – die Schlange war über 50 Meter lang. Es ging zwar relativ schnell voran, aber trotzdem wollten wir uns das nicht antun.

Also wurde schnell per Handy mit einem Bekannten geklärt, wo er jetzt sei – aber die Party war auch mies. Also entschieden wir uns für den Soda-Club in der Kulturbrauerei. Dort angekommen suchten wir ewig lange einen Parkplatz. Um 22:30 waren wir bei mir losgefahren und um Viertel vor 1 haben wir die Parkplatzsuche am Soda-Club dann abgebrochen.

Dann standen wir vor der Frage aus dem Titel: Gehen wir in den 2BE-Club? Wir entschieden uns dann dafür. Die Schlange war kurz, ein Parkplatz sofort gefunden. Am Eingang dann eine kleine Überraschung: 10€ Eintritt? Das ist happig für den 2BE-Club. Aber wir wollten jetzt nicht unverrichteter Dinge abziehen. Also zahlten wir die 10€ und gingen rein, Party machen. Es lief Hiphop, aber recht guter. Nach einer guten Stunde kam mein Kumpel dann von der Toilette wieder, guckt mich an: “Drüben spielt Nosliw live.”

Drüben war in diesem Fall der andere Floor. Also rüber. Dort war dann kein Nosliw mehr in Sicht, aber jemand anders stand auf der Bühne. Die Musik kannte ich nicht, aber sowohl der Typ als auch der Text kamen mir sehr bekannt vor. D-Flame hatte Nosliw abgelöst. Wir waren, ohne es zu wissen, in die Releaseparty einer 2BE-Club-Compilation gestolpert, was auch die 10€ erklärt. Es wurde dann doch noch, obwohl es schon halb 3 war, ein sehr geiler Abend… Sehr geiler Dancehall/Reggae, coole Leute – es stimmt einfach.

Für genau solche Abende liebe ich Berlin.

Interessant war auch ein Mädel, das auf dem Sofa saß, als wir im Hiphop-Raum waren. Sie saß da, guckte über die Lehne auf den Boden – wir dachten alle, sie suchte etwas. Dann kotzte sie meinem Kumpel auf die Hose. OK, eigentlich auf das Sofa und den Boden und ein paar Spritzer gingen bei ihm auf die Hose. Danach kamen zwei Freunde von ihr und gingen mit ihr weg. Wir warnten dann im Laufe des Abends ein paar Leute, die sich grade auf das Sofa setzen wollten und gingen dann später rüber zu D-Flame. Der (oder war’s der DJ danach?) forderte irgendwann die Mädels auf, auf die Bühne zu gehen und da zu tanzen – und wer tanzte da? Die Kotzerin. Ich hatte nicht gedacht, dass sie noch so lange dableiben würde…

Bahnmusik

Berliner S-Bahnen sind immer voll. Nicht nur voll mit Fahrgästen, sondern auch voll mit Menschen, die Geld verdienen wollen. Seien es Obdachlose, die ihre Zeitungen (Motz und Straßenfeger) verkaufen wollen oder Menschen, die Musik machen. Das war schon so, als ich nach Berlin zog. Es hat sich jedoch geändert. Bis vor kurzem fand ich die Musiker gut. Sie standen an einem Eingang, spielten ein oder zwei kurze, aber teilweise recht gute (wenn auch teilweise nur gut, weil sie so grottig schlecht waren) Lieder und gingen dann mit einem Becher rum und wer wollte warf ein wenig Geld in den Becher. Wer nicht wollte, wollte halt nicht.

Neuerdings sieht das anders aus. Es gibt ganze Gruppen, meist zwei bis drei Menschen, die mit ihren Instrumenten rumlaufen, sehr schlechte Musik machen und dabei jedem in der Nähe einen Becher unter die Nase halten und Geld wollen. Sie sind also wesentlich aufdringlicher und lassen sich auch nicht stören, wenn man Zeitung lesend da rumsitzt und einfach nur in Ruhe gelassen werden will.

Ich frage mich aber, ob das wirklich lohnenswert ist. Bisher sah man es oft, dass die Musiker Geld bekamen. Bei den aufdringlichen Neuen habe ich das noch nie gesehen. Ich muss sagen, dass ich das für mich auch ausschließe. Wenn ich jemandem Geld gebe, dann weil ich das will. Nicht weil derjenige das will.