Warum ein Kleinfluzeug mir den Geburtstag verhagelt hat

Wie man z.B. bei SpOn nachlesen kann, wurde nach dem Absturz eines Kleinflugzeuges neben dem Reichstag innerhalb des Berliner Rings ein Flugverbot eingeführt.

Heute wollten meine Freundin und ich im Sat.1-Ball am Potsdamer Platz hochsteigen und mit diesem Heißluftballon von oben auf Berlin runtergucken. Als wir dort angekommen waren, stand dort nur ein Schild: “Wegen zu starken Windes in 150m Höhe geschlossen” – na ja, kann ja passieren.

Warum hat das was miteinander zu tun? Das haben wir dann auf dem Rückweg in der U-Bahn gelesen: Der Ballon ist ein Luftfahrgerät. Der Potsdamer Platz ist innerhalb des Berliner Rings. Na? Richtig. Er darf nicht mehr fliegen. Ab Morgen gilt das Flugverbot, d.h. heute wäre die letzte Chance gewesen – aber der Wind hat sie uns versaut… Wird nichts aus dem schönen Geburtstagsgeschenk. Wegen eines für mich völlig unverständlichen Gesetzes (Selbstmörder lassen sich eher selten durch die Strafbarkeit ihrer Handlung von irgendwas abhalten), das aus wirren Gründen gegen eine angebliche Terroristengefahr helfen soll. Toller Schutz. Das noch dazu ein am Boden festgeleinter Ballon in irgendeiner Weise eine Gefahr darstellen soll, macht die Sache nur noch wirrer.

Die Lufthansa und die Preise

“TICKETPREISE: Lufthansa jetzt billiger als Aldi”, so der Titel eines Artikels bei SpOn heute. Tolle Sache. So sichert man sich also Kunden. Erst erhöht man sie durch Einführung einer Servicepauschale um 30€ um sie danach wieder leicht zu senken – und trotzdem über dem alten Niveau zu bleiben. Die Folge? Meldungen wie die von SpOn, die anpreisen, wie günstig die Lufthansa geworden ist. Gute Strategie bei vergesslichen Kunden.

Mäuse

Bei Spiegel kann man sich eine vollständige Sammlung aller Microsoft-Mäuse angucken. Genau die Hälfte davon besitze ich selbst. Ob ich mir davon wohl ein Eis backen kann?

Übrigens besitze ich keine der aktuellen Mäuse, also keine der grauen. Die Maus ist bei mir zusammen mit der Tastatur immer der Teil eines Rechners, der am längsten lebt.

Spaß mit der Bahn

Eigentlich fahre ich recht gerne Bahn. Ich habe sogar eine BahnCard. Ich hatte bisher auch relativ selten wirkliche Verspätungen, eine Verspätung von 3 Minuten nach 4 1/2 Stunden Fahrt zähle ich nicht als solche. Aber manchmal…

Aber ich fange mal vorne an. Am Samstagmorgen wollte ich einen Regionalexpress in die Provinz nehmen. Der um 9:30 ab Zoo sollte es sein. Vorher aber erstmal Karten kaufen. Also früher zum Zoo und da anstehen. Alles kein Thema. Dann kam das erste Bahnproblem. Die Bahn wurde überrascht. Ich meine, wie kann man auch erwarten, dass an einem Bahnhof wie Berlin Zoo Leute sind, die kein Deutsch sprechen? Also nein, damit hätte die Bahn wirklich nicht rechnen können. Also konnten die Schalterbeamten allesamt ausschließlich Deutsch. Eher schlecht für die Verständigung mit dem älteren spanischen (vermutlich, klang für mich jedenfalls nach Spanisch, wenn sie sich unterhielten) Ehepaar, das ein Ticket für ganz Deutschland hatte, aber nach Prag wollte. Das Ehepaar hat mehr verstanden als die Schalterfrau. Selbige war dabei, den Leuten in übelst gebrochenem Englisch zu erklären, dass sie mit ihrem Ticket nicht nach Prag fahren könnten während die Spanier das schon lange verstanden hatten und versuchten zu erklären, dass sie das wüssten und ein Ticket von der Grenze nach Prag kaufen wollten. Ich habe dann soweit übersetzt, dass die Spanier einen Ausdruck mit ihren Zügen in der Hand hatten, dann wollten sie sich das erstmal überlegen. Sie haben sich bedankt, dass ich ihnen geholfen habe und ich bin Richtung Gleis entschwunden (Tickets wurden nebenbei von meiner Freundin gekauft).

Dort angekommen entnahmen wir der Anzeige, dass der RE um 8:30 bald einfahren würde. Es war kurz vor 9. Da haben wir uns noch gefreut, dass wir früher ankommen würden und haben gleich die Eltern meiner Freundin angerufen und denen Bescheid gesagt. Zu früh gefreut. In Oranienburg standen wir dann eine halbe Stunde wegen eines “Fahrleitungsschaden”, wie uns drei Mal in nichtmal 1 Minute durchgesagt wurde. Nein, kein Witz. Zwei Mal war’s der gleiche Sprecher, beim dritten Mal wer anders. Also kamen wir doch ziemlich genau pünktlich an. Wären wir am Anfang des Zuges eingestiegen hätten wir ne Stunde Verspätung eingesammelt. Die letzte Durchsage im Zug, die wir mitbekamen, passte wie die Faust aufs Auge: “Sie haben Anschluß an [...] einen Regionalexpress nach XY-Dort. Dieser wird mit 15 Minuten Verspätung abfahren.”

Die Rückfahrt war auch nicht wesentlich besser. Wir kamen zwar mehr oder weniger pünktlich an, aber dafür stark gestresst. Aber auch hier wieder von Anfang an. Am Bahnhof wurde erstmal angesagt, dass der Zug verspätet losfahren würde. Er warte noch auf einen Anschlußzug. Der einzige Zug, den ich dann ankommen sah, kurz bevor wir losfuhren, rollte noch, als wir losfahren. Aber man soll den Umsteigern ja Spaß bereiten, wenn sie ihren Anschlußzug noch losrollen sehen ist das viel spaßiger als wenn der einfach weg ist.

Im Zug sicherten wir uns schnell einen Viererplatz und freuten uns auf eine gemütliche Fahrt. Bis das Kind im Vierer schräg vor uns zu randalieren begann. Da kann die Bahn natürlich nichts für, dafür aber die daneben sitzende Mutter, die auf der ganzen Fahrt quasi nichts mit dem Kind tat. Nicht sprach, nicht spielte – wäre ja alles zu viel verlangt.

Und weil das nicht reichte, war der RE auch noch kaputt. Er fuhr im Gegensatz zur Hinfahrt immerhin durch – aber dafür piepste er. Quasi Regelmäßig. Etwa alle 1-2 Minuten für 10 Sekunden. Ja, das macht Spaß. So war es dann eine der stressigsten Bahnfahren, an die ich mich erinnern kann. Natürlich liess sich auch auf dieser Fahrt wieder kein Schaffner blicken – schade. Aber er wird schon wissen, warum er sich von den Fahrgästen versteckt bei solch einer Zumutung als Zug.

Sicherlich war das meiste nicht die Schuld der Bahn. Fahrleitungen könnten kaputtgehen, für die Fahrgäste können sie eh nichts und auch ein Zug kann Schäden haben. Aber in der Häufigkeit, wie ich das am Wochenende erleben musste deutet das auf sehr fahrlässige Wartung hin. Ich erwarte von einem piepsenden Zug, dass er ausser Betrieb genommen wird, bis er wieder in Ordnung ist. Ich erwarte, dass Fahrleitungen gewartet werden – und zwar präventiv, nicht erst, wenn sie schon kaputt sind.

Dass das leider keine Einzelfälle sind bestätigen mir auch immer mal wieder andere Bahnkunden. Und letztens auch eine Zeitung, in der ein interner Bericht der Bahn zitiert wurde, der von einem katastrophalen Zustand des Netzes berichtete. Leider weiß ich nicht mehr, wo ich den gelesen habe, sonst würde ich ihn hier ja mal verlinken.

Die Folge für mich? Leider kaum welche. Alternativen gibt es keine akzeptablen (Nein, InterConnex ist keine), zumindest nicht im Regionalbereich. Ein Auto ist zu teuer. Also muss ich die Bahn wohl doch weiter bezahlen… Aber böse E-Mails kann ich schreiben – und das werde ich auch tun. Mal gucken, was die Bahn dazu sagt.

Köhlers Entscheidung (II)

Heute Morgen habe ich wie immer den Tagesspiegel aus dem Briefkasten genommen. Darauf lächelte mich der Bundespräsident an: “Jetzt haben Sie es in der Hand”. Er hat also den Bundestag aufgelöst, wir sollen im September Neuwahlen bekommen. Sofern das Verfassungsgericht dem keinen Riegel vorschiebt. Aber nach der Meinung vieler Stimmen im Tagesspiegel ist damit nicht zu rechnen. Eigentlich komisch: Der Kanzler hat keine wichtige Abstimmung im Bundestag verloren, meint aber, kein Vertrauen mehr zu genießen – und scheint damit auch noch durchzukommen. Versteht mich nicht falsch: Ich finde die Neuwahlen an sich nicht schlecht, jedoch finde ich das Zustandekommen eher fragwürdig. Ein Rücktritt wäre rechtlich völlig unproblematisch gewesen. Den hat Schröder aber nicht gewählt.

Eine interessante Frage ist auch: Rechnet Schröder damit, die Neuwahlen zu gewinnen? Stellen wir uns das Szenario mal vor: Rot-grün bekommt wieder eine Mehrheit, wieder eine knappe. Hat sich dann etwas geändert? Ja. Die Wähler haben seine Politik eindeutig gutgeheißen. Bringt das Schröder etwas? Das kommt auf die Listen an. Er hat sicherlich eine größere Macht dadurch gewonnen, aber reicht das aus, um Abweichler zu bändigen? Kann er dann seine Politik durchsetzen? Sicher, konnte er bisher auch. Und jetzt hat er noch mehr Stimmen auf seiner Seite. Also dürfte es weitergehen wie bisher. Der “Linksruck”, der grade zu sehen ist, wird sich eher nicht in reale Politik wandeln – den kaufe ich der SPD nach 7 Jahren aber eh nicht ab.

Andersherum: Schröder verliert die Wahl und wir bekommen eine schwarz-gelbe Regierung. Was dann passiert, möchte ich mir nicht ausmalen. Merkel als Kanzlerin, eine Politik der USA-Schoßhündin. Nicht nur im wörtlichen Sinne, also eine Politik, die der USA als Weltmacht folgt, sondern auch ideologisch. Der Markt ist die Rettung. Die Folgen sind klar: Krasse Einschnitte bei den Sozialsystemen, eine Verschlimmerung der Situation von Armen und eine Verbesserung der Situation von Reichen. Und natürlich die all-gegenwärtige MwSt-Erhöhung. Für mich heißt das: Weniger Geld zum Ausgeben. Danke, Frau Merkel, aber nein danke.

Dritte Möglichkeit: Große Koalition. Beide Beteiligten lehnen sie offiziell ab, aber wie sie es wirklich aus? Wird schon geplant? Die Mehrheit wäre damit klar gesichert, aber wo würde uns das politisch hinführen? Ich denke, die Unterschiede zu einer schwarz-gelben Politik wären nicht so groß, dass es wirklich toll wäre. Die Union will häufig das gleiche wie die SPD, nur schlimmer. Wenn beide dann zusammen regieren und auf niemanden mehr Rücksicht nehmen müssen, wird es einen Mittelweg zwischen den beiden geben, bei dem die CDU ob ihres höheren Stimmenanteils den Weg zeigen wird. Also wieder: Nein danke.

Sonst gibt es keine Alternativen Szenarien. Egal wie stark die Linkspartei wird, sie wird nicht in der Regierung sein. Und sonst kommt ja eh keine Partei in den Bundestag.

Meine persönliche Vermutung: Schwarz-gelb mit einer starken Linkspartei und einer SPD, die nicht so wirklich weiß, ob sie jetzt gegen die CDU oder gegen die Linkspartei Stimmung machen soll und vielleicht wieder zu einer Linie findet, die sie vertritt.

Deutsche für mehr Videoüberwachung

Unter dieser Unterschrift findet man bei der der Netzeitung einen Artikel über die Ausweitung der Videoüberwachung. Darin findet sich sogar ein Zitat von Bosbach, einem Befürworter der Überwachung, dem ich zustimmen kann:

Gegen eine «verhältnismäßige und gezielte Überwachung» sei nichts einzuwenden, sagte Bosbach.

Stimmt. Die Grenze der Verhältnismäßigkeit ist aber schon lange überschritten. Sie ist genau da überschritten, wo eine Kamera in der Öffentlichkeit ist. Dort hat sie nichts zu suchen. Ich zitiere dazu einfach mal eine Studie, die Mischa dankenswerterweise verlinkt hat:

CCTV is most effective in reducing vehicle crime in car parks, but it had little or no effect on crime in public transport and city centre settings.

Muss ich mehr sagen?

Die SPD blogt

Eigentlich ist der Titel irreführend. Gemeint ist kein SPD-eigenes, “offizielles” Blog (wovon es aber auch mindestens eins gibt), sondern Mein Parteibuch, das Blog eines frischen SPD-Mitglieds. Irgendwie erinnert mich der Autor schwer an Herrn Wichmann von der CDU. Sprüche wie

Das kann doch nicht sein, dass irgendwelche Abzocker aus München uns hier in Berlin täuschen und abkassieren für nichts.

lassen mich doch sehr an den rhetorischen Fähigkeiten von Marcel Bartels zweifeln. Und irgendwie ist die ganze Seite auch traurig. Aber um zu bloggen muss man halt nichts besonderes können. Und das ist gut so. Sonst gäbe es Alltag in Berlin ja auch nicht.