taz und Blogger

Beim law blog habe ich einen Artikel der taz verlinkt gesehen, in dem es um Blogs geht. Inhalt: Blogs sind sinnlos, weil sie meist langweiligen und uninteressanten Inhalt haben. Besonders toll ist der Satz

Klar, die privaten können mit Profiblogs wie dem Bild-kritischen BILDblog oder dem Tsunami-Blog des ZDF nicht mithalten.

Ganz ehrlich: Wer will das denn? Ich möchte kein Journalist werden. Ich möchte hier keine Nachrichten verfassen. Für Nachrichten gibt es andere, bessere Quellen. Was ich hier mache ist das Äußern meiner eigenen, ganz persönlichen Meinung. Die taz hat Blogs IMHO einfach nicht verstanden. Ich kann dem law blog da also einfach nur zustimmen, wenn er die Frage, wieviel die Internetausgabe der taz einem wert sei, mit

Nach diesem Artikel zum Thema Weblogs sage ich mal:

0,00 Euro.

beantwortet.

Wenn eine Schulung schief geht

Ich sitze grade in der Uni und sollte eigentlich Cockpit von ARCWAY erklärt bekommen. Allerdings war die Software hier im Raum nicht auf den Rechnern installiert und die Installation, die wir grade versucht haben, ist bei ca. 2/3 der Rechner schiefgelaufen. Sie bekommen nur Fehlermeldungen zu sehen. Jetzt sitzen wir alle hier und warten auf eine Lösung dieses Problems.

Um das Chaos noch zu verschlimmern sind die CDs, auf denen wir die Software für eigene Rechner zum Ausprobieren bekommen sollten, allesamt leer. Der Schulungsleiter hat sie wohl fertig bedruckt von einem Kollegen bekommen und dachte, sie wären auch bebrannt. Waren sie aber nicht.

Mal gucken, wann wir hier endlich weitermachen können.

Sat1-Pro7-Übernahme durch Springer

Springer, der Verlag der Bild, will Sat1, Pro7 und alle dazugehörigen Sender kaufen. Daraus würde ein sehr großes Medienunternehmen, das sicherlich sehr bestimmend für die öffentliche Meinung wäre. Die Zeit hat dazu einen sehr interessanten (und langen) Artikel ins Netz gestellt. Lesenswert.

Was mir in dem Artikel auch aufgefallen ist, ist eine Aussage des Springer-Chefs Döpfner:

Was muss noch passieren, bis die europäische Öffentlichkeit und das politische Führungspersonal realisieren: Es herrscht eine Art Kreuzzug gegen unsere freien, offenen, westlichen Gesellschaften

Korrekt. Geführt wird dieser Kreuzzug vom “politischen Führungspersonal”, das aus Angst vor Terroristen das
Freie und Offene tilgen will.

Bibliotheken

Heute war ich mit einem Freund in der TU-Bibliothek. Im Vergleich zu unserer Bibliothek, die an meinem Standort fast nur Wirtschafts- und Jura-Bücher und nur 2 Regalreihen Informatikbücher hat, eine wirklich gute Auswahl. Vor allem recht aktuell, was bei uns auch nicht wirklich gegeben ist. Bei uns wird noch der Nahe Tod der Twisted-Pair-Verkabelung verkündet, weil BNC ja so viel besser sei. Nein, das ist kein Witz. Aber gut, es gibt auch aktuellere Bücher. Dafür hat unser Bibliothek einen Vorteil: Die Bücher sind in besserem Zustand. Ein Buch von 2003, das ich mir angeguckt habe, enthielt jede Menge Bleistift- und Kuli-Markierungen. Welcher Depp macht sowas bei Büchern, die ihm nicht gehören? Muss das denn sein?

Abhängigkeiten

Die Jugend-Organisation des sächsischen Linkspartei-Landesverbandes hat vor ein paar Tagen viel Aufmerksamkeit bekommen, als sie die Freigabe aller Drogen forderte. Heute ist Gregor Gysi, seines Zeichens einer der beiden Spitzenkandidaten, zurückgerudert:

“Wir sind für die Freigabe weicher Drogen, die in ihrer Gefährlichkeit nicht anders als Alkohol einzuschätzen sind.” Es solle aber beim Verbot harter, abhängig machender Drogen bleiben.

(Quelle: SpOn)

Was ich mich da frage: Abhängig machende Drogen sollen verboten bleiben, aber “weiche”, die in der Gefährlichkeit nicht anders als Alkohol sind, sollen erlaubt werden. Wie erklären wir jetzt den ca. drei Millionen Alkoholabhängigen, dass sie gar nicht abhängig sein können, weil Akohol ja nicht abhängig macht?

Regeln und der Umgang der Menschen damit

Der Spruch “Question Authority” ist bekannt? Ja? Gut. Ich würde ihn als “Hinterfrage Regeln” übersetzen. Und ich finde ihn sehr wichtig. Wer Regeln akzeptiert, weil sie Regeln sind, ist meiner Meinung nach ein Depp. Bei jeder Regel, bei jeder Beschränkung sollte man sich fragen, ob sie sinnvoll ist. Das heißt, man wägt den Nutzen, den die Regel bringt, mit dem Schaden ab. Ist der Nutzen größer, ist die Regel offensichtlich gut und richtig, ist dem nicht so, ist sie falsch. Ist eine Regel falsch, so sollte man sie bekämpfen. Wie man das tut ist natürlich von der Regel abhängig. Aber: Ist die Regel sinnvoll, so sollte man sich auch daran halten. Und sinnvoll heißt hier nicht zwangsweise: Sinnvoll für die jeweilige Person. Es heißt sinnvoll für die Allgemeinheit. Für einen einzelnen Autofahrer, der es eilig hat, ist der Halt an einer roten Ampel sicher nicht sinnvoll, für die anderen Autofahrer, die dort grade grün haben, sehr wohl.

Aber wie sieht denn die Realität aus? Ich habe vielfach den Eindruck, dass Menschen Regeln nicht hinterfragen sondern ablehnen. Und zwar nicht aus den Gründen, die ich oben genannt habe (weil sie die Regel für falsch halten), sondern weil es eine Regel ist. Die Menschen sind also nicht gegen das, was die Regel durchsetzen soll, sondern sie sind gegen Regeln an sich. Sie halten sich nicht an erprobte, funktionierende und quasi allgemein akzeptierte Verhaltensweisen – nur um anders zu sein. Um Ärger zu produzieren. Um zu provizieren. Ein neues Gesetz kommt raus, von dessen Thema sie absolut keine Ahnung haben? “Das ist doch Quatsch! Mist! Dreck!”

Und es gibt natürlich die Gegenseite. Sie folgt jeder Regel bedingungslos, ohne zu überlegen, ob sie richtig ist, ob sie wichtig ist.

Menschen, die wirklich hinterfragen, was da passiert, also mit einem gesunden Misstrauen überlegen ob etwas sinnvoll ist und sich vielleicht erstmal alle (oder zumindest einige) Seiten anhören, werden scheinbar immer seltener. Ich persönlich denke von mir, dass ich da dazugehöre (und möchte auf jeden Fall dazugehören). Ich neige dazu, Menschen, die eine Regel schaffen, erstmal zu glauben, dass diese Regel sinnvoll ist. Das gebe ich zu. Aber dieser Vorschuss ist nicht unbegrenzt. Wenn jemand als einziges Gegenargument etwas im Stil von “Die Regel ist Quatsch” anzubieten hat, so ändert das natürlich nichts. Wenn er aber eher in Richtung “Die Regel ist Quatsch weil sie x, y und z nicht berücksichtigt und außerdem von der fragwürdigen Voraussetzung a ausgeht” geht, sieht das ganz anders aus.

Übrigens ist auch die Gegenseite interessant zu kennen. Es ist immer wieder interessant zu hören, wie “Befehle” aussehen, wenn sie von Menschen gegeben werden, die diese Rolle nicht gewohnt sind. Da wird aus einem “Auftrag: Verlegen Sie nach xy!” mal eben ein “Sie verlegen bitte nach xy.” So wurde aus dem Befehl, also einer Anweisung, der Folge zu leisten ist, eine Bitte. Bei manchen “Befehlen” ist der Weg zu “Könnten Sie bitte, aber nur wenn es keine Umstände macht und Sie Lust drauf haben, vielleicht so in der nächsten Zeit, also wenn es Ihnen passt, mal nach xy verlegen?” sogar nicht mehr so weit, wie er seien sollte.

Grundsätzlich denke ich, viele Menschen haben ein Problem mit Autorität. Sobald sie sich Autoritäten gegenübersehen schalten sie in den Stur-Modus und sind dagegen oder befolgen jeden Mist ohne ihn zu hinterfragen. Beides ist gefährlich und dumm. Sobald sie selbst Autorität haben, wissen sie nicht damit umzugehen.

Blog-Etiquette

Johnny hat bei Spreeblick eine Blog-Etiquette vorgeschlagen. Braucht man sowas? Als ich mir die sieben Punkte durchgelesen habe war mein erster Gedanke: Die Punkte sind doch klar. Natürlich respektiere ich die Privatsphäre Dritter. Natürlich bin ich freundlich zu den Leuten (oder sagen wir eher: Ich halte mich daran, was der Volksmund sagt. Behandle Andere so, wie du behandelt werden willst.) . Aber dann erinnerte ich mich an diverse Eskapaden in Foren oder Newsgroups. Viele halten sich nicht an diese grundlegenden Regeln. Die Frage ist: Das sind grundsätzliche Regeln die nur wenig mit Blogs zu tun haben. Diese Regeln sollten immer und überall gelten. Tun sie aber nicht. Warum? Ich weiß es nicht. Aber ändert es etwas, wenn man sie aufschreibt? Wenn man sie offen ausspricht und nicht nur als ungeschriebene Gesetze ansieht? Wieder: Ich weiß es nicht. Ich denke, es ist ein guter Ansatz. Es wird nicht schaden und ich denke, auf die Regeln dort können sich die meisten einigen.

Gleichzeitig sehe ich grade hier ein Problem bei Regel 3:

Ich benutze meinen echten Namen
Dies gilt für alle meine Äußerungen im Zusammenhang mit meinem Blog, auch bei Kommentaren in anderen Blogs. Sehr wohl kann es in Einzelfällen Gründe für gewünschte Anonymität geben, diese nutze ich jedoch weder für Beleidigungen noch für Pöbeleien. Auf keinen Fall poste ich irgendwo unter dem Namen eines Dritten.

Diese Regel gilt schon lange in Newsgroups. Trotzdem halten sich viele nicht daran. Warum? Das lässt sich z. B. bei madmaxx nachlesen.

Grundsätzlich fällt auf, dass ich hier ebenfalls unter Pseudonym poste – halb. Meine Postings werden allesamt von “La-Z” gepostet, was recht offensichtlich nicht mein echter Name wie er im Perso steht ist. Trotzdem ist mein echter Name kein großes Geheimnis. Wenn ich verlinkt werde, dann meist unter meinem echten Vornamen und mein Nachname steht in der Domain… Wofür ich in der Namensdiskussion bin? Ich habe zwei wichtige Aspekte, an die ich mich halte. Erstens: Wenn ich irgendwo Inhalt erzeuge (sei es eine Newsgroup, ein Forum, ein Blog, eine Webseite,…), dann soll dieser Inhalt eindeutig von mir stammen. Ich schreibe also etwas dazu, was mich identifiziert. Das kann mein echter Name sein, das kann aber auch La-Z sein, mein Netz-Spitzname. Zweitens: Ich halte mich an die üblichen Verhaltensweisen, sofern kein klarer Grund dagegenspricht. In deutschen Newsgroups heißt das: Ich benutze meinen echten Namen. Im Web dagegen ist ein Pseudonym üblich, also nutze ich das.