Coding for Google Desktop Search

Nachdem ich ja letztens schon meine ersten praktischen J2EE-Erfahrunge gesammelt hatte, habe ich mich am Wochenende mit .NET bekannt gemacht. Ich hatte bei einem Freund angekündigt, ein Plugin für Google Desktop Search zu schreiben, um damit FTP-Server durchsuchen zu können. Dummerweise wusste ich da noch nicht, dass man dafür mit COM hantieren muss, was ich als eher ekelig empfinde. Das hat mich erstmal deutlich demotiviert – bis ich in der Plugin-Liste einen .NET-Wrapper entdeckte. Damit musste ich mich dann doch nicht mehr mit COM rumschlagen.

Nach einigen Startschwierigkeiten (FTP ist ein sehr ekeliges Protokoll!) ging es recht schnell voran. Ein Programmteil, der den Dateibaum nach XML exportierte stand schnell und von dort zu GDS war es auch nicht mehr weit. Am Samstag Abend fand mein GDS die erste Datei auf einem FTP-Server. Wundersamerweise scheint das Programm wirklich schon zu funktionieren. Es ist zwar langsam und hat noch deutliche Schwächen (Multithreading wäre wichtig, damit die GUI auch den Fortschritt anzeigen kann), aber es funktioniert. Werde ich es weiterentwickeln? Das weiß ich nicht. Ich will es erstmal ein wenig testen und lokal nutzen, dann kann ich weitersehen. Wenn es hier ein Leser haben will, stelle ich es natürlich gerne zur Verfügung – mitsamt Source natürlich. Kurze Mail an mich und sowohl die Binary- als auch die Sourcecode-Fassung sind unterwegs. Wer es weiterentwickeln will ist auch gerne eingeladen.

Beim Thema weiterentwickeln fällt mir noch ein: Das ganze ist sehr einfach aufgebaut. Es gibt einen Teil, der FTP-Server indiziert und beim Betreten von neuen Verzeichnissen, beim auffinden von Dateien und beim verlassen von Verzeichnissen Methoden einer ein bestimmes Interfaces implementierenden Klasse aufruft. Diese erhalten ein Objekt, das Informationen über die gefundene Struktur enthält und können damit machen, was sie wollen. Wer also irgendwas mit einer Liste von Dateien und Verzeichnissen eines FTP-Servers machen will, kann das Programm vielleicht ganz gut gebrauchen, damit er sich nicht mit FTP rumschlagen muss…

GTA San Andreas

Genervt von FTP (note to self: Nichts ankündigen, ohne vorher den Aufwand gecheckt zu haben) habe ich grade bei Spreeblick einen Rückblick über die ersten paar Wochen der Verlagsgeschichte gelesen. Da ich ja auch ganz gerne mal spiele, habe ich mir daraufhin d-frag angeguckt und bin auf einen Eintrag zu GTA gestoßen. Und was mir da so beim Thema “wünsch dir was” einfällt, ist meine Forderung an das nächste GTA: Ich will endlich eine gute Polizei. Ist das denn so schwer, denen halbwegs Leben einzuhauchen? Bisher sind sie strunzdoof. Wenn man einen Stern hat, passiert noch kaum was, der geht recht schnell wieder weg, auch wenn man direkt vor nem Polizisten steht (oder lustiger: Im Hubschrauber oder mit dem Jetpack über einem schwebt). Danach wird es aber übel. Aber halt: Nein. Man kann mit Panzern im Nacken, nem Hubschrauber über sich und drei FBI-Autos grade haltend in einen Laden fahren, der genau 1 Ausgang hat, sich da das Auto umlackieren lassen, und die Leute, die einen grade noch da haben reinfahren sehen, wissen plötzlich nicht mehr, dass man der gesuchte ist. Wenn man dagegen im tiefsten Nirgendo, ca. 23 fantastillarden Kilometer vom nächsten Polizisten das Auto wechselt, wissen alle noch, das man der Gesuchte ist.

Außerdem möchte ich auch in GTA den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit. OK, ich habe ein Polizeiauto gerammt. Das sie mich dann nicht mehr mögen ist klar. Dass sie mich deshalb aber verhaften wollen nicht. Warum können sie mich dann nicht anhalten und mir nen Strafzettel verpassen? Nein, Strafzettel gibts nicht. Außerdem soll sich die Polizei mal um ihren Job kümmern! Ich werde auf offener Straße beschossen – den danebenstehenden Polizisten stört das nicht. Ich wehre mich – und werde verhaftet. Andere Situation: Ich fahre mit einem ausgefahrenen Sportwagen durch ein Wohngebiet, fahre über diverse rote Ampeln und rase dabei 1 m an nem Polizeiwagen, der grade über ne grüne Ampel wollte, vorbei. Stört das die Polizei? Mitnichten…

Das Zweite, was mir fehlt, ist eine bessere (Fahr-)Physik. Ein 12-Tonnen-Feuerwehrtruck fliegt durch die Gegend, wenn man einen Laternenmast rammt? Ein Hubschrauber kann weiterfliegen, auch wenn man grade mit den Rotorblättern an einer Brücke hängengeblieben ist? Menschen fliegen weg, wenn man sie mit dem Wasserstrahl aus einem Feuerwehrtruck trifft, Motorräder aber nicht? Na ja. Das ist alles verbesserungswürdig.

Zum Schluß noch eine nette Methode, einen Feuerwehrwagen zu bekommen: Einfach mal mit dem Flammenwerfer irgendwo hinschießen. Besonders beliebt bei mir, wenn ich grade mal wieder ein Auto für den Export abgeliefert habe und sonst laufen müsste: Den Flammenwerfer gibts gleich dort auf dem Schiff und die Feuerwehr ist in wenigen Sekunden vor Ort. Sehr praktisch.

Prozentrechnung ist schon schwer…

Endlich kann ich mal über eins meiner Lieblingsthemen schreiben: Die weit verbreitete Unfähgikeit, was Prozentrechnung angeht. Das erste Mal wurde sie als der Mediamarkt Anfang 2005 seine “Bie uns zahlen Sie keine Mehrwertsteuer!”-Aktion hatte und alle Preise um 16% senkte. Schließlich ist die Mehrwertsteuer ja 16%. Tja, schade. Stimmt nicht. Falls ein Leser das jetzt nicht verstehen sollte, hier die einfache Rechnung:

Produkt A kostet 100€ ohne MwSt. Mit MwSt. also 116%. Soweit klar? Gut. Dann senken wir den Preis mal um 16%. Umgerechnet auf € sind 16% jetzt aber 18,56€ und nicht 16€. Statt bei 100 Euro (wo wir hinwollten) sind wir jetzt also bei 97,44€.

Aktuell wurde das Thema jetzt bei der SPD, die meint, nach einer MwSt-Erhöhung um 2%-Punkte auf 18% (wie die CDU sie ja will) wären alle Produkte 2% teurer. Stimmt natürlich ebenfalls nicht.

Und dann habe ich gestern bei Spreeblick einen Artikel des Manager-Magazins verlinkt gefunden, der sich mit dem Steuerkonzept der Linkspartei beschäftigt. Dort kann man folgendes lesen:

Gewinne, die eine schwedische Kapitalgesellschaft – also das Gegenstück zu unserer GmbH oder AG – erzielt, werden nämlich nur mit 28 Prozent besteuert, damit 12 Prozent niedriger als hierzulande.

Mal abgesehen davon, dass ich partout nur die Körperschaftssteuer finde, die bei Gewinnen von Kapitalgesellschaften zieht (und die seit 2001 bei 25% liegt), würde ich ne Menge wetten, dass der Autor hier auf 40% hinaus will, denn 31,81818…% wäre doch ein recht eigenwilliger Steuersatz (doch das wäre der Satz, von dem man 12% abziehen muss, um auf 28 zu kommen). Der Artikel ist generell sehr interessant. Ich habe zugegebenermaßen nicht so wirklich viel Ahnung von Steuern, aber das, was er von den Forderungen der Linkspartei da schreibt (und als lächerlichen Quatsch abtut) liest sich für mich nicht so sehr anders wie das, was er am Ende aus Schweden als tolle Idee beschreibt.

In Berlin

*sing* Wo gehn’n die geilen Partys ab? In Berlin! *sing*

Sorry, musste sein. Seit das gestern Abend in der Junction Bar von P.R. Kantate gespielt wurde, geht mir das Lied nicht mehr aus dem Kopf. Ich muss öfter Fritz hören, damit ich solche Tipps öfter mitbekomme. Bisher kannte ich nur Görli Görli, wovon mir meine Freundin erzählt hat, die das auf nem Festival gehört hatte. Seit gestern kenne ich mehr und bin stolzer Besitzer von “Kein Album” und einer Live-CD, die beide auf dem Konzert verkauft wurden. Seitdem laufen die beiden CDs hier hoch und runter. Also, wenn der Plattenreiter mal in der Nähe ist: Hingehen!

Andere waren schneller…

Vor einiger Zeit saß ich das erste Mal seit langem wieder an einem Rechner der Uni. Normalerweise sitze ich ja nur an meinem Notebook, aber aus irgendeinem Grund war das grade nicht der Fall. Und was mir sofort auffiel: Meine ganzen RSS-Feeds fehlten mir. Ich musste jede Menge Seiten von Hand abgrasen, um meine übliche Dosis Neuigkeiten zu holen. Das nervte mich. Also habe ich mir überlegt, wie ich das reparieren könnte.

Erste Idee war, ein PHP-Skript zu schreiben, das aus einer Datenbank eine Liste mit Feeds liest, diese parst und halbwegs brauchbar darstellt. Der Nutzen wäre klar: Ich müsste nur auf eine Seite gehen und würde meine ganzen Feeds sehen. Das Problem: Ich kann kein PHP. Also scheiterte das Projekt an meiner Unlust, PHP zu lernen.

Vor einigen Tagen habe ich mich dann aber hingesetzt und meine Semesterferien ausgenutzt. Die Sprache war von PHP auf J2EE gewechselt, da mich J2EE wesentlich mehr interessiert. Letztendlich wurden dann JSPs genutzt. Seit grade ist mein Feed Aggregator fertig. Er kann die Nutzer und ihre Feeds verwalten, kann sie anzeigen und ist noch dazu mein erstes Projekt in J2EE. Dafür, dass ich vorher kein J2EE konnte, noch nie einen XML-Parser geschrieben hatte und von JSPs keine Ahnung hatte, ging es recht schnell, finde ich.

Wie passt das zur Überschrift? Nun, Google hat genau diese Funktionalität vor knapp einer Woche zu ihrer personalisierten Startseite hinzugefügt, AOL ebenso. Generell scheint meine Idee keineswegs neu gewesen zu sein, wie Planet Express belegt. Aber na ja, immerhin habe ich so was über J2EE und XML-Parsing in Java gelernt.

Indymedia

Bei Heise kann man in einem Artikel über What the Hack folgenden Ausspruch des von Heise als “Indymedia-Chefdenker” betitelten Toni Prug nachlesen:

Demokratie und Redefreiheit sind bürgerliche Begriffe. Wenn wir sie benutzen, bleiben wir in den Grenzen des bürgerlichen Systems. Ron und Emanuel haben die totalitäre Sprache des Feindes benutzt. Als Gegenkultur müssen wir uns aus diesen Zwängen befreien.

Danke für die Bestätigung. Ich mochte Indymedia noch nie – und diese Abneigung wird mir immer und immer wieder bestätigt.