Ich habe es hinter mir. Von 10 bis 18 Uhr kreuz und quer über die IFA, die internationale Funkausstellung. Die Themen, die ich erwartet hatte, waren nach dem Medienecho das ditigale Heim und HDTV. Aber was habe ich wirklich gesehen? Keins von beidem. Jedenfalls nicht so, wie ich mir das vorgestellt hätte. Zuerst HDTV: Überall klebten “HDTV ready”-Aufkleber. Tausende Flachbildschirme in jeder Halle. Wieso sage ich dann, ich hätte HDTV nicht gesehen? Weil kaum einer der Fernseher eine signifikant höhere Auflösung hatte als die alte Röhre, die hier steht. Ca. 1300 x 768 stand fast überall als physikalische Auflösung. Erst nach einigen Stunden habe ich einen Fernseher gesehen, der 1080i-Material hätte anzeigen könne, ohne dabei skalieren zu müssen. Leider haben die Aussteller (in dem Fall war es Samsung) es versäumt, entsprechendes Material zu zeigen. Das Samsung-Logo war verpixelt, das Videomaterial unscharf. Muss das denn sein?
Und das digitale Heim? OK, hier muss ich zugeben, vermutlich höhere Ansprüche zu haben als die meisten. Ich möchte viele kleine und billige Streaming-Clients die von einem zentralen Server streamen können. Ich möchte das ganze möglichst lautlos. Ich möchte das ganze nicht proprietär, sondern offen. Ich möchte das ganze möglichst breit gefächert, was die Formate angeht. DVD, Blu-Ray, HD-DVD, DivX, Xvid, MPEG4, H.264, MP3, OGG – und das ist nicht die Luxusvariante, sondern das sollten auch die kleinen Boxen können. Dabei darf es gerne spezialisierte Audio-Boxen geben, die sich in eine gewöhnliche Stereoanlage einfügen und kein Video-Format verstehen, aber Video-Boxen sollten das alles können. Gesehen habe ich sowas erst gegen 17:30 bei Philips in Form von deren Streamium-Geräten. Die können immerhin eine Teilmenge davon und sahen nicht so schlecht aus.
Was gab es sonst noch? Schöne Autos (zwei Hummer, ein Carrera GT, diverse pimp-my-ride-Autos, dabei insbesondere ein New Beetle bei einem Car-Hifi-Hersteller), die üblichen Booth-Babes, die PSP mit einem sehr netten Spiel und eine sehr cool gestylten Sony-Halle (Nach dem Eingang hingen überall lange, leicht transparente Stoffbahnen von der Decke, so dass man sich den Weg durch diese bahnen musste. Die Ausstellungsgegenden waren dann in andersfarbigen Stoffbahnen eingefasst.

Am Ende war ich froh, keine 13€ ausgegeben zu haben um die Hallen zu sehen, sondern die Karte zu dem Konzert dazubekommen habe. Es war sicherlich interessant, aber nicht so viel Geld wert. Dafür war zu wenig neues zu sehen: Hätte man alle Flachbildschirme rausgeworfen wären nur noch zwei oder drei Hallen gefüllt gewesen… Dann noch alle völlig unfertigen Produkte weg (toll vor allem: abgestürtzte oder ausschließlich auf japanisch (oder koreanisch oder chinesisch?) verfügbare Handys) – und zwei Hallen hätten fast sicher gereicht.