Das meldet Heise grade. Als ich die Überschrift las, musste ich als erstes denken: “Nämlich zwei”. Irgendwie fristen Tablets immernoch ein Nieschendasein. Der einzige Tablet-Besitzer in meinem Umfeld nutzt seinen Tablet-PC auch nur als Subnotebook und dreht höchstens mal den Bildschirm zur Seite um jemandem was zu zeigen. Wirklich als Tablet nutzt er ihn nicht…
Monthly Archives: February 2006
Softwareentwicklungsmythen
Truth: Your manager can foresee the evolution of the software, precisely and up to 5 floating point digits, using his UML editor of choice and/ or a Word file converted to PDF (converting something to PDF increases its level of authority by the factor of six). As the customer agreed to the feature specifications, there’s no way more features could ever be wanted.
Diese Übersicht über Mythen und Wahrheiten der Softwareentwicklung ist definitiv lesenswert…
via diaet.
Softwareentwicklung im Web 2.0
Bei O’Reilly gibt es einen schön Artikel über die Softwareentwicklung im Web 2.0 und was dort anders läuft als es traditionell gelehrt wird bzw. es traditionell läuft. Dabei geht es um sieben Punkte:
- The shadow app
- Sampling and testing
- Build on your own API
- Ship timestamps, not versions
- Developers — and users — do the quality assurance
- Developers — and executives — do the support
- The eternal beta
Was mir dabei fehlt ist die Wertung. Von den lächerlichen ewigen Betas (die schon längst quasi final sind. Wer hat das Gerücht in die Welt gesetzt, dass finale Versionen nicht weiterentwickelt würden?) fange ich lieber gar nicht erst an. Dieses Label, das auf vielen Diensten prangt, finde ich einfach nur falsch.
Sehr interessant finde ich aber zum Beispiel die Qualitätssicherungsansätze:
If the developer has a safety net of QA, one manager said, they’ll be less cautious. Tell them that net is gone, he said, and you’ll focus their energies on doing the right thing from the start.
Das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Das ist generell leider ein Problem bei Sicherheitsnetzen: Die Nutzer der Netze tendieren oft dazu, sich zu sehr auf diese Netze zu verlassen. “Ich hab ja einen Virenscanner, ich kann den Anhang den mir jemand völlig fremdes geschickt hat ruhig öffnen.” Andererseits bin ich nicht überzeugt, dass man deswegen auf die Netze verzichten sollte. In bestimmten Fällen sicher, aber bei solch unüberschaubaren Dingen wie einem größeren Softwareprojekt finde ich sie schon wichtig. Und ich bin da offensichtlich nicht allein:
Others have opted away from QA and towards very aggressive and automated unit testing
Das kann ich mir sehr gut vorstellen – aber dann hat man doch wieder eine eigene Gruppe von Testern. Gute Unit-Tests sind nicht-trivial zu schreiben.
Generell lohnt es sich auf jeden Fall, den Artikel zu lesen. Insbesondere den Teil mit den public/private APIs fand ich interessant. Das finde ich eine gute Idee.
Web 2.0 – das Ende der Privatsphäre?
Die Tagesschau (die übrigens jetzt auch einen Video-Podcast hat. Sehr nett.) hat heute einen Artikel über die “dunkle Seite des Web 2.0″ veröffentlicht. Dabei geht es vor allem darum, dass vielen nicht klar ist, was alles über sie im Netz steht. Grade bei “sozialer Software”, also Software, bei der es genau darum geht, seine Vorlieben öffentlich zu machen, ist diese Gefahr nicht ganz von der Hand zu weisen, denke ich. Auf jeden Fall ein interessanter Artikel, der zum Nachdenken anregt.
Bangalore Update
Noch drei Wochen, dann geht mein Praktikum in Indien los. So langsam wird es ernst. Die Flüge sind gebucht (Air France. Ich kann kein Wort französisch. Hoffentlich sind die Filme auf Englisch, sonst wird der Flug langweilig), ich habe ein Visum (Freitags beantragt, am Montag danach war es da. Und ich hab mir Sorgen gemacht, dass es zu knapp werden könnte), ich bin gegen jede Menge Krankheiten geimpft, ich habe Malariamittel gekauft und ich habe ein Konto bei der Citibank eröffnet. Außerdem weiß mein Vermieter bescheid. Viel fehlt nicht mehr, damit es losgehen kann…
Mabber
Da habe ich doch glatt Mabber als ersten Artikel des augestauten Blog-Gutes angekündigt – und jetzt kommt er als letzter. Aber er kommt.
Letzte Woche ist mabber online gegangen. Sogar Heise hat darüber berichtet. Total Web 2.0.
Was ist Mabber? Mabber ist ein Online-Client mit AJAX-Oberfläche (Ich sag ja: Total Web 2.0) für Jabber mit Gateways zu allen wichtigen Messenger-Netzen (ICQ, MSN, Yahoo…). Außerdem gibt es einen Handy-Client für Mabber. Mit beiden Clients kann man auf die gleichen Daten (Kontaktliste etc.) zugreifen. Quasi Unified Instant Messaging. Ich habe freundlicherweise von Mario Sixtus eine Einladung bekommen und konnte mir so selbst angucken, wie sich Mabber anfühlt.
Grundsätzlich bin ich ein Freund von solchen Diensten. So kann ich nicht nur an meinem eigenen Rechner, sondern auch an allen anderen, die einen Internetzugang haben, meine geliebten Dinge benutzen. RSS lese ich schon nur noch via Bloglines. Warum also nicht auch IM via Mabber? Weil die Umsetzung einfach nur schlecht ist. Sorry Mabber. Eigentlich reicht folgender Screenshot, um das Problem zu illustrieren:

Kurz aufgezählt: Die Status-Nachrichen verhauen das Layout total, die Kontakte kriegen per default keine Namen sondern nur ihre ICQ-Nummern (obwohl die Namen in einem Unterdialog sichtbar sind, sie also für mabber erreichbar sind) – und das ganze funktioniert bei mir nur im IE (Wobei ich zugeben muss, dass ich den Firefox-eigenen Popopblocker und NoScript laufen zu haben, die könnten das natürlich beeinflusst haben). Es fühlt sich alles total nach einer ersten grade so lauffähigen Version an, die niemals für mehr als interne Testzwecke geeignet ist. Vielleicht gucke ich mir mabber in zwei Monaten nochmal an. Bis dahin könnte es benutzbar sein. So wirklich glaube ich da aber nicht dran.
VoWe erging es übrigens ähnlich wie mir.
Bush redet im Cabrio?
Es ist traurig. Da berichtet SpOn über Bushs Rede zur Lage der USA – und verpackt das schon seit zwei Tagen in ein “Cabrio Special”. Falls es doch noch auffällt, hier ein Screenshot:

Studentenparlamente
Ich habe mich in meinen inzwischen schon fast dreieinhalb Jahren an der Uni schon öfter mal über den Asta und das Studentenparlament, kurz StuPa, aufgeregt. Besonders die Wahlen sind immer wieder höchst eigenwillig. Da gibt es Parteien, deren wichtigstes Ziel mehr Parkplätze (Liberalier Campus) oder mehr Fahrradwege (Grün-alternative oder -überparteiliche Liste) sind. Oder Parteien, deren Programm daraus besteht, den anderen vorzuwerfen, kein Programm zu haben (Offene Linke Liste). Keiner ist so wirklich wählbar. Dementsprechend kann ich durchaus verstehen, warum regelmäßig nur 10% oder so zur Wahl gehen. SpOn hat jetzt aus dem bonner StuPa berichtet – und es ist köstlich:
[Der "Fraktionsgeschäftsführer" des RCDS] sagt selbst über sich: “Ob ich für die anderen nun der größte Proll oder der größte Polemiker bin, das ist mir egal.” Bei der LUST stehen jetzt zwei Kölsch neben dem Heineken.
WebWatching und die Blogger
Wie schon beschrieben ist in den letzten Tagen viel aufgetaucht, worüber ich mich noch auslassen möchte. Anfangen möchte ich mit WebWatching. Die Seite wurde woanders wirklich ausreichend behandelt, so dass ich mich nicht über das miese Flash-Layout oder die plötzlich doch aufgetauchte HTML-Version auslassen möchte. Mir gehts eher um den Inhalt. Genauer um ein Interview mit Thomas Leif (natürlich gleich von SpOn übernommen). In diesem Interview geht es vor allem um die Blogger und ob sie jetzt wirklich die Klowände des Internets sind oder vielleicht doch was anderes. Wohin die Reise geht, macht gleich einer der ersten Sätze klar:
Den meisten Bloggern fehlt jegliches journalistisches Handwerkszeug.
Interessant ist vor allem folgende Aussage, die professionelle Journalisten kennzeichnen soll:
Alle beteiligten Parteien anzuhören, ist unter anderem ein entscheidendes Charakteristikum von professionellem Journalismus.
Anhören, ja. Und dann alles ignorieren, was einem nicht in den Kram passt. Besonders die auflagenstärkste deutsche Zeitung ist darin sehr gut. Das Bild-Blog, das sich genau damit beschäftigt, hebt Thomas Leif sogar als besonders gutes Blog hervor. Generell vermisse ich fast alles, was in diesem Interview als Merkmal professioneller Journalisten vorkommt, bei vielen deutschen Zeitschriften…
Einen Punkt, den Thomas Leif gegen die Blogger anführt, sehe ich gar nicht so sehr als Problem:
Während ernsthafte Journalisten zumindest versuchen, objektivierbare Kriterien einzuführen, sind viele Blogs von einer Hypersubjektivität getrieben. Der Blogger stellt seine eigene Person in den Vordergrund.
Sicherlich sind Blogs oft subjektiv. Aber das finde ich nicht unbedingt schlimm. Denn Blogs behaupten gar nicht, objektiv zu sein – im Gegensatz zu Zeitungen. Die behaupten zwar, objektiv zu sein, obwohl sie natürlich auch subjektiv sind. Das weiß ja auch fast jeder. Die taz ist grün, die FAZ schwarz. Ist das jetzt jemandem wirklich nicht bekannt?
Andere Behauptungen, die aufgestellt werden, sehe ich einfach nicht belegt:
Dem Großteil der Blogger geht es eben nicht ernsthaft darum, einen Sachverhalt aufzuklären oder einen Vorgang zu analysieren.
Das, was man am ehesten von Bloggern mitbekommt, deutet da auf Anderes hin. Sonys Kopierschutz sei mal exemplarisch genannt. In den USA waren da auch noch mehr Fälle dabei, die von Bloggern “aufgedeckt” wurden.
Blogbare Ereignisse im Verhältnis zur sonstigen Arbeit?
Kaum reduziert sich die Zeit, die ich für mein Uni-Projekt aufwenden muss, sammeln sich immer mehr Tabs bei mir im Firefox an – alle mit Inhalten, die ich hier noch verarbeiten möchte. Aktuelle Anzahl: 6. Darunter mein Testaccount bei mabber, ein FAZ-Artikel und einiges bei SpOn. Mindestens Mabber habe ich mir noch für heute vorgenommen, allerdings vermutlich eher gegen Abend.
Ich frage mich jetzt aber schon seit gestern, ob der Grund dafür wirklich in meiner verringerten Auslastung liegt, oder ob in den letzten Tagen einfach mehr blogbares passiert ist.