Service in Bangalore

Wie ich schon geschrieben hatte, waren wir gestern im 13th floor. Dort habe ich den Hoehepunkt des Service erlebt. Ich war auf Toilette und ein Angestellter des Restaurants stand dort neben dem Waschbecken. Als ich auf das Waschbecken zukam drehte er das Wasser auf, so dass ich meine Haende waschen konnte. Als ich dann meine Haende gewaschen hatte, nahm er einige Papiertaschentuecher aus der entsprechenden Box und gab sie mir. Wie ich nachher erfahren habe, hat er jemandem sogar die Seife gegeben, also er hat auf den Spender gedrueckt, als derjenige die Haende unter der Ausgabeoeffnung hatte.

Grundsaetzlich muss man sich an die Menge des Services, die man hier erlebt, erst gewoehnen. Im Guesthouse wird fuer uns gespuelt, aufgeraeumt und geputzt. Benutzte Glaeser kann man einfach stehen lassen, sie werden recht schnell weggeraeumt, gespuelt und wieder in den Schrank gestellt. Beim Fruehstueck muss man sich nur hinsetzen und bekommt Toast gebracht. Wenn man was anderes moechte, muss man das nur sagen. In Restaurants bekommt man Getraenke grundsatzlich in geschlossenen Flaschen, die am Tisch geoeffnet werden (wegen der bekannten Hygieneprobleme). Dass einem dann auch eingeschenkt wird ist ja noch verstaendlich. Dass die Kellner einem aber fast die Flasche aus der Hand reissen, wenn man sich selbst spaeter nachschenken will, wuerde man in Deutschland nicht unbedingt erleben…

Koramangala in der Zeit

Die Zeit betreibt einige Blogs. Eins davon heisst Bangalore. Das habe ich grade entdeckt und sogar einen Artikel ueber Koramangala gefunden. Koramangala ist der Stadtteil, in dem ich auch lebe. Aber er passt nicht so wirklich zu der Beschreibung dort:

Vor allem sehen ich hier fanatstische Villen mit üppig blühenden Magnolienbäumen im Garten, die dann so zauberhafte Namen haben wie „Eden Escape“ oder „Hibiscus Habitat“.

Aber vielleicht ist einer der naechsten Absaetze des Raetsels Loesung, warum “mein” Koramangala so ganz anders ist:

die morgens von Chauffeuren in japanischen Geländewägen oder im BMW durch die verstopfen Straßen Bangalores gefahren werden.

Mal abgesehen davon, dass ich hier noch keinen einzigen BMW (dafuer aber schon 3 Mercedes) gesehen habe: Vielleicht wird die Autorin ja in einem Gelaendewagen mit schwarzen Fenstern abgeholt, so dass sie die Stadt nicht sieht. In meinem Koramangala fliesst ein stinkender Abwasserkanal direkt neben einer Muellkippe (keine 100 Meter neben unserem Guesthouse) entlang, sind einige Zelte aufgebaut und wirklich schoene Haeuser gibt es kaum. Ist es schlimm? Nein, es ist vermutlich wirklich einer der besseren Stadtteile. In anderen Stadtteilen, die ich bisher gesehen habe, war es jedenfalls schlimmer. Aber Koramangala ist keinesfalls ein edles Villenviertel.

Riksha-Rennen

Gestern wurde zum zweiten Mal der Geburtstag eines Guesthouse-Bewohners gefeiert. Im 13th floor, einem Club im 13 Stockwerk (Wer haette das gedacht…) eines Hochhauses hier. Sehr schoener Club, man konnte von dort ueber halb Bangalore gucken, das Essen war gut, die Musik auch ok. Natuerlich war die Feier um 23 Uhr vorbei, denn so ist hier nunmal die Gesetzeslage. Also mussten wir danach von dort zum Guesthouse fahren. Wie ueblich also auf zu den Rikshas und verhandeln. Eigentlich ist Abends das anderthalbfache des auf dem Meter angezeigten Preises zu bezahlen, aber viele Fahrer versuchen mehr zu nehmen. Forderungen von 250 Rupien fuer Strecken, die laut Meter nur 35 kosten, sind durchaus nicht unueblich. Wenn man das natuerlich weiss, hat man ne gute Position – auch weil man halt einfach gehen kann nud die naechste nehmen kann, denn an Rikshas mangelt es hier nun wirklich nicht. Aber das Verhandeln ging diesmal sehr schnell – eine Riksha hatten wir sofort, die zweite (Wir waren ja immerhin 5 Leute. Man kann zwar auch mal zu fuenft in eine Riksha, aber das ist nicht mehrwirklich bequem. Solche Rikshas sind naemlich etwa so gross wie ein Smart) fanden wir auch nach wenigen Sekunden. Also ging es los – und unsere Fahrer hatten Spass. Sie sind durch Bangalore geheizt und haben sich ein kleines Rennen geliefert.

Nach einigen Minuten standen wir an einer Ampel und haben Meter verglichen. Unseres zeigte 35 Rupien, das andere war bei 50. Natuerlich waren wir die gleiche Strecke gefahren, das 50er-Meter ging also wohl falsch. Aber auch in solchen Situationen kann man gut diskutieren, also ist das nicht schlimm – nur ohne Vergleich hat man einen schweren Stand.

Kurz nach dem Vergleich ging das Rennen aber schon weiter. Ich kenne mich hier noch nicht wirklich auf, aber mein Mitfahrer wunderte sich ploetzlich darueber, wo wir denn waren. Er fragte den Rikshafahrer, und kaum war der langsamer geworden um zu reden ueberholte uns die andere Riksha, hielt an und wir hoerten deren Diskussionen mit dem Fahrer, dass er voellig falsch gefahren sei. Wir waren an einer Kreuzung nicht abgebogen, an der wir haetten abbiegen sollen. Also drehten wir um. Ab hier ging es dann gemuetlich (fuer Bangalorer Verhaeltnisse) nach Hause. Dort angekommen zeigte unser Meter ca 75 Rupien. Wir gaben dem Fahrer 150, die anderen nur 100. Ich haette auch eher zu 100 tendiert (Wegen verfahren), aber mein Mitfahrer drueckte dem Fahrer einfach 150 in die Hand und damit hatte sich die Sache erledigt.

Die Guesthouse-Situation

Grade kam der erloesende Anruf: Ich kann im Geusthouse bleiben. Ich muss zwar vielleicht in eins der eigentlich als Wohnzimmer gedachten Zimmer umziehen, aber selbst da gibt es Betten, deswegen ist das kein Problem.

Ausserdem geht es ja nur um die letzte Aprilwoche. In dieser, genauer am Donnerstag der Woche, liegt hier ein Feiertag. Wenn man sich also den Freitag freinimmt hat man ein Vier-Tage-Wochenende. Wir ueberlegen grade, an diesem Wochenende nach Goa zu fahren. Damit wuerde sich der Aufenthalt im Wohnzimmer auf wenige Tage beschraenken – und ich bekomm Goa zu Gesicht, was ja sehr lohnenswert sein soll.

Holi

Gestern war hier in Indien Holi, ein Fruehlingsfest. Holi erinnert ein wenig an Karneval, jedenfalls ist es ein sehr farbenfrohes Fest. Im Gegensatz zum Karneval sucht man sich aber seine farbenfrohe Kleidung nicht selbst aus, sondern zieht normale Sachen an, die dann von anderen Leuten mit Farbe “verziert”. Wie das dann aussieht, kann man sich bei der FAZ oder auch bei Flickr angucken.

Selbst hier auf Arbeit wurde teilweise mit Farbe geworfen. Leider war der Tag hier kein Feiertag, so dass wir uns Holi nicht wirklich angucken konnten. Einige Praktikanten haben Abends noch etwas mit Farbe um sich geworfen, aber dafuer bin ich zu spaet nach Hause gekommen.

Das erste Wochenende

Nach dem Aufwachen am Samstag ging es erstmal daran, meine Wohnsituation zu klaeren. Also habe ich wieder den Manager angesprochen. Der wiederum hat mit seiner Chefin gesprochen, die mir immerhin erlaubte, erstmal weiter zu bleiben, bis die Sache geklaert ist. Inzwischen ist sie halbvwegs geklaert und ich werde erstmal was im Guest House bleiben, dann fuer eine Woche in ein Hotel ziehen muessen weil alle Zimmer belegt sind und dann endlich fest im Guest House bleiben koennen.

Danach habe ich erstmal gefruehstueckt. Muesli mit Milch und ein Kaffee. Ich haette in Indien anderes Fruehstueck erwartet, aber vermutlich hat das Guest House sich auf seine ueberwiegend Deutschen Gaeste eingestellt. Beim Fruehstueck kamen auch die ersten anderen Bewohner des Guest Houses. Mit einem bin ich danach erstmal in ein Cafe gegangen und danach in einen Supermarkt. Dort kriegt man viele westliche Produkte: Orios, Kellog’s, Nivea, Colgate… Das Cafe war auch ueberraschend westlich. Das Innere waere so auch in Berlin nicht aufgefallen und der Cappucuino war lecker.

Anschliessend sind wir in eine Mall in der Innenstadt gefahren. Wieder fand ich den indischen Verkehr sehr lustig, das wird vermutlich noch ein paar Tage anhalten. Mindestens. Aber ich merke jetzt schon, dass ich es mehr und mehr als Normal ansehe, auch wenn ich es erst seit ein paar Tagen kenne. In der Mall dann die erste Ernuechterung: So viel guenstiger ist leidung hier gar nicht. Sportschuhe kosten umgerechnet rund 70 bis 80 Euro, Hemden 20 und Jeans 40. Also schon guenstiger als in Deutschland, aber nicht so extrem billig, wie ich dachte. Wirklich guenstig sind nur Billigklamotten, vorzugsweise als ziemlich offensichtlich gefaelschte Markenware angeboten. Da gibt es S-Oliver-T-Shirts, bei denen auf dem im Nacken eingenaehten Label nichts mehr von S Oliver steht oder US-Army-Muetzen mit Deutschen Flaggen drauf… Die gibt es aber nicht in der Mall, sondern in einem Laden ein paar Meter die Strasse rauf.

Am Abend ging es dann ins Samarkand, an den Tisch vorne im Bild. Sehr leckeres, wenn auch etwas scharfes Essen. Sollte man bei einem der besten Restaurants aber auch erwarten koennen.

Sonntag ging es auf eine Safari-Tour durch einen Nationalpark. Loewen, Tiger und Baeren, dazu viel Wild. Sehr interessante Tour, schoene Bilder sind dabei entstanden. Danach sind wir zu einem Wasserfall in der Naehe von Bangalore gefahren, wo ich mir in einer halben Stunde gleich meinen ersten Sonnenbrand geholt habe. Sobald ich eine Idee habe, wie ich die Fotos von meinem Laptop ohne Netzzugang ins Netz bekomme, werde ich einige davon hier auch reinstellen. Koennte aber noch ein paar Tage dauern.

Abends waren wir dann sehr muede, so dass wir doch nciht wie geplant in die Stadt gefahren sind, sondern nur zu Domino’s ganz in der Naehe des Guest Houses. Dort ab es eine recht leckere Pizza – auch wenn das nicht sehr indisch ist.

Die Anreise: Bangalore Flughafen – Schlafzimmer

Hier also der zweite Teil meiner Anreisegeschichte. Der erste Teil endete mit dem Aussteigen aus dem Flugzeug. Hier geht es also dann auch weiter:

Der erste Weg fuehrte mich natuerlich erstmal durch die Passkontrolle. Die lief erstaunlich schnell ab, nach wenigen Minuten (inklusive Anstehen) war ich durch, der eigentliche Check dauerte nichtmal eine Minute. Die kurze Zeit nutzte ich aber, um mir den Raum etwas anzugucken. Ziemlich runtergekommen. Es sah alles so aus, wie man das von einem indischen Flughafen erwartet haette. Das setzte sich uebrigens auch ausserhalb des Raums mit den Passkontrollen fort. Also zum Beispiel im Gepaeckabholraum, in den es als naechstes ging. Mein Gepaeck kam sehr schnell und unversehrt, obwohl ich – wie mir beim Warten einfiel – vergessen hatte, den Koffer zu verriegeln. Mein Koffer hat naemlich ein Zahlenschloss und zwei zusaetzliche Riegel, die das unbeabsichtigte Oefnnen verhindern sollen. Mir schwirrten schon Bilder meiner Sachen verteilt ueber das halbe Bangalorer Rollfeld durch den Kopf, deswegen war ich besonders froh, als der Koffer dann unversehrt auf dem Band angefahren kam.

Mit dem Koffer im Schlepptau ging ich dann erstmal meine letzten 20 Euro in Rupien wechseln. 980 Rupien (wer zu faul zum rechnen ist: 1:50 ist der ungefaehere Kurs) reicher ging es raus, in der Hoffnung, dass mein Fahrer die gute Stunde, die ich zu spaet kam, gewartet hatte. Er hatte. Es stand zwar “Mr Thomas Lootzer, SAP Labs India” auf dem Schild, aber bei stimmendem Vornamen und Firmennamen nahm ich den nicht ganz passenden Nachnamen inkauf. Mit ihm (und einem Kofferzieher, der mein Gepaeckwaegelchen schob) ging ich dann nach draussen, wo er vorlief um sein Auto zu holen. Recht schnell kam er dann in einem weissen Kleinwagen (Lupo-Format) angefahren. Wir verstauten mein Gepaeck auf dem Ruecksitz (in den Kofferraum passte mein Koffer nicht) und fuhren los. Ich war froh, dass jetzt alles vorbei war. Ich rechnete mit ner halben Stunde Fahrt zum Guesthouse, wo ich dann in mein Zimmer fallen wuerde und schlafen wollte. Dieser Traum wurde mir schnell durch seine erste Frage kaputtgemacht: “Where is the guesthouse?”

Offensichtlich wusste der Fahrer nicht mehr als ich. Naemlich dass es zum Guesthouse von SAP gehen sollte. Wo das war, war uns beiden unklar. Immerhin der Stadtteil war ihm bekannt. Mir fiel dann, nach ein paar Schockseunden, ein, dass ich eine gezeichnete Umgebungskarte des Guesthouses hatte. Diese kramte ich aus dem Rucksack und sagte dem Fahrer, wo das Guesthouse war. Ich hatte den Namen einer grossen Strasse neben dem GH und einen Hotelnamen an dieser Strasse. Damit gewappnet fuhren wir dann in das entsprechende Viertel und der Fahrer fragte einfach jeden auf der Strasse, wo das Hotel bzw. die Strasse sei. So kamen wir nach nur einer Stunde am Guesthouse an.

Bevor ich aber vom Guesthouse erzaehle, muss ich ein paar Worte zum indischen Verkehr schreiben. Ich wurde vor ihm gewarnt. Mehrfach. Aber ich verstehe nicht, warum. Jedenfalls solange man nicht auf die Idee kommt, selbst aktiv teilzunehmen. Als Beifahrer ist der Verkehr lustig, sofern man dem Fahrer ein gewisses Vertrauen entgegenbringt. Und die Hupe funktioniert. Die Hupe ist der wichtigste Teil eines indischen Autos. Wenn wir Deutschen blinken hupen die Inder. Wenn wir bremsen hupen die Inder. Wenn wir gas geben hupen die Inder. Wenn wir einfach gar nichts machen hupen die Inder. Das ist die wichtigste Lektion die man lernen muss, wenn man hier faehrt. Kurz danach: Breite des Autos / Breite der Strasse = Anzahl der Fahrzeuge nebeneinander. Spuren? Braucht keiner. Konsequenterweise sind sie auf quasi allen Strassen nicht eingezeichnet. Wenn man den Verkehr in die verschiedenen Richtungen trennen will, so braucht man eine Barriere. Eine Linie reicht nicht, eher eine Leitplanke oder ein Gruenstreifen. Theoretisch herrscht hier Linksverkehr, was sich aber nur darin aeussert, dass man meist links am entgegenkommenden vorbeifaehrt. Wenn niemand kommt faehrt man mittig auf der Strasse oder halt da, wo die Strasse am wenigsten Schlagloecher hat.

Aber zurueck zur Ankunft beim Guesthouse. Kaum das wir vor dem Guesthouse angehalten hatten stand der Sicherheitss-Mitarbeiter davor auf und oeffnete das Tor. Ich unterschrieb dem Fahrer, dass er mich gefahren hatte, und ging nach drinnen. Dort wurde ich vom Manager des Hauses begruesst. Mein kleiner, bescheidener Traum: Mit den Worten “Good evening. We were expecting you earlier. Did you have a pleasent trip? Your room is room number xy, let me show you the way.” begruesst zu werden. Aber, wie das mit Traeumen halt so ist: Es sind Traeume. Die reale Antwort war eher in Richtung: “Hi. Who are you? We have no reservation under that name.”

Ich war dann doch ein wenig gefrustet. Aber es war halb 4 Morgens, ich war seit fast 20 Stunden wach und hatte davor nur 3 Stunden geschlafen – ich war also zu muede um mich aufzuregen. Ich fragte den Manager, ob er sicher sei und was wir nun machen koennten. Er war sicher. Aber er war auch nett, und hat mir einen Raum zugewiesen, der frei war. Erstmal, bis zum Morgen, wo wir dann mit seiner Chefin sprechen wollten. Also ging ich in das Zimmer, schaltete die Klimaanlage an um es von 25 auf 21 Grad zu kuehlen und die Luftfeuchtigkeit zu reduzieren und legte mich aufs Bett. Nur ging das mit dem Schlafen dann doch nicht so einfach, das fehlende Zimmer hatte dem chaotischen Tag den Rest gegeben. Irgendwann gegen 5 schlief ich dann aber doch ein.

Die Anreise: Walldorf – Bangalore Flughafen

Freitag um 3:30 begann meine Reise nach Bangalore. Ich musste noch die letzten Sachen packen, den Schluessel zurueckgeben und konnte dann um kurz vor 4 Uhr ins Taxi zum Bahnhof steigen. Dort begann dann das Chaos, was sich ueber den Tag noch steigern sollte… Ich war um 4 uhr am Bahnhof, mein Zug sollte um 4:22 abfahren. Ein IC. Aber natuerlich war er nicht puenktlich. Er kam rund 10 Minuten zu spaet. Immerhin entpuppte er sich aber als ICE, der nur die Strecke eines ICs fuhr. Und er war leer, so dass ich meinen Koffer nicht hochheben musste, sondern ihn einfach vor zwei Sitze stellte und damit dann insgesamt vier Sitze belegte.

Diese Idzlle hielt aber nur etwa die halbe Fahrt. Dann naemlich kam ein Ehepaar in den Zug, dass unbedingt genau dort sitzen musste. Die Frau kam zuerst zu dem Platz. Und stellte sich dorthin. Und stand. und stand. Sie gucke nicht, bewegte sich nicht – sie stand da einfach nur. Vermutlich glaubte sie, dass der Koffer das schon merken wuerde und von selbst wegrollen wuerde. Tat er aber nicht. Der Mann war dann klug genug, das zu bemerken und fragte mich, ob das mein Koffer sei und ob ich ihn wohl wegnehmen koennte. Also musste ich doch morgens um nichtmal 5 Uhr meinen Koffer hochheben.

In Frankfurt (Flughafen) angekommen machte ich mich gleich auf die Suche nach meinem Ausgang. Welcher das war wusste ich dank der entsprechenden Anzeigen recht schnell. Aber diesen zu finden war nicht ganz so einfach. Im Bahnhof war der Weg nch gut ausgeschildert, doch am Bahnhofsaugang stand dann, dass man, um zum Terminal 2 zu kommen, den Busshuttle nehmen sollte. Die nicht ganz unwichtige Information wo dieser denn abfaehrt, wurde aber leider vergessen. Also sah ich mich nach einem Haltestellenschild um – und fand sogar eins. Dort angekommen entpuppte sich das aber als Mitarbeiterbus. Aber da sich Mitarbeiter ja meuist gut auskennen konnten die mir zumindest den weiteren Weg sagen – und schickten mich ins Terminal 1 nach ganz oben, wo ein Zug zum Terminal 2 faehrt. Soviel zum Thema Busshuttle… Mit dem Zug war ich dann auch schnell im Terminal 1, wo ich gleich neben den Air-France-Schaltern ankam – fuer mich als Air-France-Passagier sehr praktisch. Nach einer kleinen Diskussion mit dem Personal, dass 29,4 kg Gepaeck doch gar nicht so viel ueber den erlaubten 20 kg waere war ich dann auch eingecheckt und begab mich zum meinem Ausgang. Also, liebe Fraportler: Verbessert doch mal eure Beschilderung!

Der Flug nach Paris verlief ereignislos, er war ja auch nichtmal eine Stunde lang. In Paris war – dank guter Beschilderung und einer Karte, die ich beim einchecken in Frankfurt bekommen hatte, der neue Ausgang schnell gefunden. Er lag im wohl haesslichsten aller Flughafengebaeude der Welt, jedenfalls kenne ich kein schlimmeres. Dort stand fuer meinen Flug, dass er puenktlich abfliegen sollte. “Expected Boarding: 10h15″. Um 10:20 hatte sich allerdings immernoch nichts getan, ausser gelegentlichem Kommen und Gehen von Air-France-Mitarbeitern. Kurz danach wurde dann interessanterweise sogar “Boarding: 10h15″ verkuendet, das Expected fiel also weg. Dass das nicht stimmen konnte fiel ihnen um 10:30 auf, da wurde dann daraus “Expected Boarding: 10h45″. Um 11:15 (geplanter Abflug war um 11:00) wurde dann wirklich geboarded. Im flugzeug angekommen wurde dann auch erklaert warum: Am Flughafen wurde grade gestreikt, was alles etwas verzoegerte. Ausserdem wurde uns erklaert, dass wir nochmal etwa 30 Minuten warten muessten, weil die Maschine noch gecheckt werden muesse. Warum man uns dann schon aus dem geraeumigen Warteraum in die enge Maschine stecken musste war mir nicht klar. Aber irgendwann ging es dann wirklich los…

Der Flug war wieder langweilig, genau wie der Flug nach Paris auch schon. Offensichtlich lag auf der ganzen Welt eine durchgaengige Wolkendecke, denn bis auf wenig Ausnahmen waren von meinem Fensterplatz aus nur Wolken zu sehen. In Bangalore sogar inklusive Blitze. Aber die Landung verlief wunderbar und damit betrat ich das erste Mal indischen Boden.

Wie es weiter ging auf dem Weg zu meinem Bett (in das ich dringend musste) steht im zweiten Teil.

Heidelberg

Letztes Wochenende war mein einziges Wochenende in Walldorf. Und da Walldorf nun nicht grade die Stadt mit dem besten Nachleben oder den meisten Sehenswürdigkeiten ist, zog es mich aus Walldorf raus – nach Heidelberg. Samstag stand ich also schon um 9 Uhr auf und machte mich, nach einem ausgiebigen Frühstück, auf den Weg zum Bahnhof. Sehr zum erstaunen des Hotel-Portiers, den ich nach dem Weg zum Bahnhof fragte, wollte ich zum Bahnhof laufen – und kein Taxi nehmen. Das Wetter war zugegebenermaßen mit Schnee nicht grade das beste Laufwetter, aber ich wollte mir die 5 Euro sparen und fand 20 Minuten auch nicht so schrecklich. Insbesondere auch weil ich ja den ganzen Tag durch Heidelberg laufen wollte, auf die paar Minuten sollte es also auch nicht ankommen. Also stapfte ich durch den Schnee los…

40 Minuten und 3,30 Euro später kam ich in Heidelberg am Hauptbahnhof an. Direkt vor dem Hauptbahnbof ist – sehr zu meinem Glück – eine Touristeninformation, so dass ich mir dort einen Stadtplan angucken konnte und mir den Weg zur Altstadt und zum Schloß raussuchen konnte. Diesen lief ich dann entlang – übrigens bei leicht besserem Wetter: Der Schnee war in Heidelberg nicht angekommen. Mein Plan für den Tag war klar: Sportschuhe, eine kurze Sport- bzw. Badehose sowie Badelatschen kaufen und Heidelberg sehen. Danach wollte ich dann im Hotel den Wellnessbereich mit der Sauna, dem Whirlpool und dem Fitnessraum nutzen und damit meine frisch gekauften Sportsachen einweihen. Die Umsetzung des Plans erwies sich als schwerer als ich dachte. Denn wo die Altstadt war wußte ich – aber war da auch die Einkaufsgegend? Das ich das gar nicht in Erfahrung gebracht hatte, ist mir leider erst auf dem Weg aufgefallen. Als ich dann aber der Altstadt immer näher kam und sich die Anzahl der Geschäfte immer weiter steigerte löste sich die Angst. Ich musste jetzt nurnoch ein Geschäft finden, das meine Wunschartikel führte. Auf der Suche lief ich zwar in einige falsche Einkaufspassagen oder Straßen, fand dann aber doch recht schnell einen Kaufhof. Dort wurde ich auch fündig und bin seitdem stolzer Besitzer einer schwarzen Nike-Hose (kurz), zweier Badelatschen und zweier Rebook-Sportschuhe. Alles zusammen noch recht bezahlbar.

Nachdem der Teil also abgehakt war, ging es weiter auf die Altstadttour. Es scheint sogar eine offizielle solche zu geben, jedenfalls fand ich am Eingang der Altstadt einen kleinen Stadtplan mit etwas über 20 markierten Plätzen und deren Namen. Dabei waren Brunnen, Straßen, Statuen, Denkmäler etc. Leider waren diese nicht in eine wirklich intuitiv erkennbare Reihenfolge gebracht, also bin ich einfach im Wesentlichen die Hauptstraße langgegangen und hab in die Seitenstraßen geguckt: Wenn eine Straße interessant aussah, bin ich dort rein, sonst bin ich halt zur nächsten weiter. So habe ich – fand ich – einen guten Eindruck gewonnen. Ich kam an einigen Uni-Gebäuden vorbei, an einigen Kirchen und Denkmälern und kam vor allem meinem großen Ziel – dem Schloss – immer näher.

Vor dem Schloss dann aber erstmal der Horror:303 Stufen musste ich hoch. Steile Stufen. Und ich war schon recht fertig… Aber der Ausblick hat sich gelohnt. Das Schloß ist auf jeden Fall einen Besuch wert, von dort kann man über die ganze Altstadt gucken – ich konnte meinen Pfad sehr gut nachvollziehen, weil ich fast überall markante Punkte sah; Kirchen, Plätze oder große Gebäude z.B.

Insgesamt war der Besuch in Heidelberg auf jeden Fall gelungen. Der Rest des Wochenendes war dagegen eher mau. Als ich wieder im Hotel war, musste ich feststellen, dass der gesamte Wellnessbereich (also die Sauna, der Whirlpool und der Fitnessraum) abgesperrt worden waren – Malerarbeiten. Das Hotel-eigene WLAN, über das ich hier auch grade blogge, war auch ausgefallen. Also habe ich den Rest des Samstags und den Sonntag lesend, spielend und TV guckend verbracht. Nicht wirklich spannend…

Montag war dann das WLAN wieder da (wenn auch erstmal nur für ne Stunde, danach war es wieder tot, erst seit Dienstag geht es wieder kontinuierlich) und der Wellnessbereich wieder offen, so dass ich meine Sport- und Badesachen jetzt schon eingeweiht habe. In Bangalore gibt es auf dem Campus auch ein Fitnessstudio, das ich mir auf jeden Fall auch mal angucken werde. Ich habe nämlich bei meinen beiden Besuchen hier im Hotel festgestellt, dass ich nicht mehr wirklich fit bin. Ein wenig mehr Kondition würde mir schon nicht schaden und ein Fitnessstudio ist da ja sehr hilfreich.

Die ersten Tage

Sonntag bin ich in Berlin aufgebrochen und habe den ICE Richtung Mannheim bestiegen, um dann um ca. 8 Uhr hier in Walldorf aus dem Zug zu steigen. Hier ging es ins Hotel, aus dem ich jetzt auch blogge – nämlich ein Hotel mit kostenfreiem WLAN. Montag ging es dann zu SAP zu meinem ersten Tag. Die Arbeit entspricht ziemlich genau dem, was ich erwartet hätte und macht viel Spaß. Aber es soll hier nicht um die Arbeit gehen, sondern mehr um das drumherum – insbesondere Indien, weshalb auch erst am 10.3., wenn ich nach Indien fliege, mehr hier passieren wird. Montagabend habe mich ich mit meinem Vorgänger in dem Praktikantenjob, der auch hier im Hotel wohnt, getroffen. Wir haben die Hotel-eigenen Freizeitmöglichkeiten erkundet und einen Whirlpool und eine Sauna entdeckt und getestet. Sehr schöner Ausklang des ersten Tags. Leider habe ich mir kurz vor der Abreise eine Erkältung geholt, so dass ich gestern Abend nichts gemacht habe, damit ich wieder was fitter bin. Heute jedoch waren wir unterwegs – wir waren mit insgesamt 8 Leuten bei Pizza Hut in Heidelberg. Ein sehr schöner, geselliger Abend.