(via BoingBoing)
Category Archives: Uncategorized
Hasenmord
Shipment of Fail
24C3 – Tag 2
So, der zweite Tag des 24C3 hat für mich grade begonnen. Ich sitze im Saal 1 und warte darauf, dass Steini gleich mit seinem Vortrag “Elektronische Dokumente und die Zukunft des Lesens” anfängt. Ich bin ja gespannt, bisher sehe ich nicht warum eBooks und ähliches so toll sein soll – mir fehlt einfach das Problem, das sie lösen. Mir fallen nur Probleme ein, die sie schaffen. Allen voran natürlich das mir plötzlich an der spannendsten Stelle des Buchs eben selbiges ausgehen kann weil der Akku leer ist.
So richtig wurde die Frage nicht geklärt. Tenor war, dass die Akkus immer länger halten werden und dann ging es eher darum, dass es durch eBooks möglich wird sehr viel mehr und auch kürzere Texte sinnvoller zu veröffentlichen, weil das Veröffentlichen nichts mehr kostet. War doch recht ganz spannend.
Danach stand “Absurde Mathematik” an und der Vortragende zeigte einige wirre Mathe-Tricks. Neben dem mir schon bekannten Ziegenproblem war mein Favorit Gabriels Horn. Dabei wird die Funktion 1/x einmal um die X-Achse rotiert. Das resultierende Horn ist unendlich lang, wird aber halt immer dünner. Die Wikipedia hat da ein schönes Bild. Dieses Horn kann man mit einer endlichen Menge Farbe komplett füllen, d.h. es hat ein endliches Volumen. Gleichzeitig ist es jedoch nicht möglich, die komplette Innenseite anzumalen, denn sie ist unendliche groß.
Danach kam für mich eine längere Pause bei guten Vorträgen. Erst habe ich mir danach “Quantum Cryptography and Possible Attacks” angeguckt. Das war zwar nicht schlecht, aber das meiste wusste ich schon.
Anschließend habe ich mir was zur Xbox360-Sicherheit angeguckt. Das war ganz nett, kam aber nicht an den Google-Tech-Talk zur Xbox-Sicherheit ran. Persönliches Highlight, was es sogar bis auf Engadget geschafft hat: Ganz kurz vorher hatten Leute hier es das erste Mal geschafft, eigene Software auf der Wii zu starten und dabei die ganzen Wii-Features zu benutzen.
Eigentlich wollte ich mir danach “Just in Time compilers – breaking a VM” angucken, das war aber überhaupt nicht mein Fall. Also bin ich zu “To be or I2P” rübergegangen, wo es um ein neues Anonymisierungsnetz gehen sollte. Das war aber auch nicht sonderlich spannend.
Darauf folgte für mich “Automatic memory management“. Der Untertitel “Why should I care about something that a computer could handle better, anyway?” klang für mich stark danach, dass hier gezeigt werden sollte warum Garbage Collection manchmal ne schlechte Idee ist. Damit lag ich aber daneben, es wurden nur diverse Möglichkeiten der Garbage Collection gezeigt.
Es wurde Abend und ich hatte wieder mehr Glück mit den Vorträgen. “Toying with barcodes” von FX war grandios. Heise hat den Vortrag sehr schön zusammengefasst, deswegen lasse ich das. Was ich mich da immer wieder gefragt habe: Wie dumm sind die Leute die solche Systeme entwickeln eigentlich? Oder denken sie einfach nicht über die Sicherheit nach? Bei einigen Systemen, wie den Pfandautomaten ist es vermutlich einfach ein Problem das anders zu machen, aber die Videothek z.B.?!
Es ging mit recht guten Vorträgen weiter: Lucy erklärte in ihrem Vortrag “Inside the Mac OS X Kernel” wie der OS-X-Kernel wirklich aufgebaut ist, was ich ganz spannend fand, weil es darüber ne Menge Gerüchte gibt, die nicht stimmen.
Danach kam eine Vorlesung von der ich mir nicht viel Versprach: “DIY Survival” von Bre Pettis. Ich kannte Bre vom Chaosradio, aber das Thema klang einfach nicht so spannend. Ich hätte kaum weiter daneben liegen können. Es war nicht spannend, aber sehr sehr lustig. Bre kann einfach sehr gut präsentieren.
Ein Vortrag fehlt noch. Und über den Schreiben ist eigentlich fies. Denn den Vortrag wird es als einzigen Vortrag nicht im Netz geben. Er wurde nicht aufgezeichnet und nicht gestreamt. “Rule 34 Contest“. Rule 34 besagt, dass es zu allem, was man sich ausdenken kann, Pornos im Netz gibt. Das wurde geprüft indem 3 * 3 Leute aus dem Publikum Themen bekamen und dazu Pornos suchen mussten. Sie hatten sehr wenig Zeit und ihre Ergebnisse wurden dann von einer Jury bewertet. Themen waren Dinge wie “Star Wars”, “Star Trek”, “Haushaltsgeräte” oder “Guitar Hero”. Die Veranstaltung war sehr lustig aber auch sehr skurril.
How to hack the Pfandsystem
Der “Desperate House-Hackers — How to Hack the Pfandsystem“-Vortrag, den ich grade gucke, ist der erste massiv überlaufene Vortrag. Erst wurden einige Leute von den Organisatoren rausgeworfen, weil es zu voll war. Jetzt ist praktischerweise aber der Raum daneben frei weil der Vortrag da ausgefallen ist, so dass der Vortrag dahin übertragen wird. Dort ist es noch halbwegs leer, es gibt auf jeden Fall noch Sitzplätze.
Der Vortrag an sich ist auf jeden Fall spannend. Nils erklärt sehr gut, was das Pfandsystem kann, was es nicht kann und wie es gehackt werden kann…
24C3
So, ich bin auf dem 24C3 und habe schon die ersten beiden Vorträge angeguckt.
Der erste war die Eröffnung die Tim Pritlove gemacht hat. Da wurde dann auch gesagt, was hier im Gebäude wo ist. Sehr praktisch, denn auch wenn das BCC recht klein ist sind dort doch einige interessante Ecken und alles ist gut versteckt.
Der zweite Vortrag war “The Role of Brilliant Deviants in the Liberalization of Society“, ein interessanter Vortrag von einer New Yorker Soziologin über Geeks und ihr Verhältnis zum Rest der Welt.
Jetzt sitze ich in “Der Bundestrojaner“, was bestimmt lustig wird. Constanze hat den Bundestrojaner nochmal mitgebracht. Das letzte Mal, danach geht er in ein Museum… Auch geil: “Bundestrojaner my ASS” auf dem Shirt von Andreas Bogk.
Die Jugend von heute
Grade in der Bahn:
Vater: Was ist der beste Versuch, den man in der Schule in Chemie macht?
Tochter: Atombombe bauen!
Computerspiele und ihre Auswirkungen
Schon der zweite Beitrag in Folge, der nichts mit Indien zu tun hat… Aber mein Indienaufenthalt geht ja auch dem Ende entgegen.
Vor ein paar Tagen gab es in Emsdetten einen Amoklauf eines ehemaligen Schülers in seiner Schule. Dabei wurden viele Menschen verletzt und der Amokläufer getötet. Aber über den Amoklauf als solches haben schon genug Zeitungen berichtet, bis ins letzte Detail. Hier soll es um die auf den Amoklauf folgenden Reaktionen gehen. Wie nicht anders zu erwarten folgten diese fast sofort wieder dem gleichen Muster wie immer. “Killerspiele” werden verantwortlich gemacht. Dabei tun sich immer wieder die gleichen Menschen hervor, allen voran Christian Pfeiffer. In seiner Tätigkeit als Chef des Kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsen hat er schon verschiedene Captain-Obvious-Awards eingeheimst. Eine seiner letzte bahnbrechende Erkenntnisse war zum Beispiel: In Kinderzimmern, in denen Fernseher und Computer oder Spielekonsolen stehen, wird mehr Gebrauch von derartigen Geräten gemacht. Aber natürlich stehen auch viele Politiker seinen Forderungen nach dem Verbot von gewaltverherrlichenden Spielen in nichts nach. Dazu habe ich diverse Gedanken:
Erstens: Gewaltverherrlichende Spiele sind schon lange nicht mehr frei verkäuflich. Sie werden indiziert und sind danach nur noch ab 18 zu erwerben, dürfen nicht mehr beworben werden und nicht offen ausgestellt werden. Das (natürlich unbelegte) Argument, dass sie sich negativ auf die Entwicklung von Kindern auswirken zieht also nicht. Insbesondere zieht aber das Argument nicht, dass daran ein Komplettverbot irgendetwas ändern würde – die Jugendlichen kommen schon jetzt nicht legal an diese Spiele. Zusätzlich gibt es die USK, die Spiele bewertet und dann ihr Logo auf die Spiele druckt. Dieses Logo besagt, ab wann die Spiele verkauft werden dürfen. Im Prinzip ist das die 1:1-Umsetzung des gleichen Systems, wie es schon bei Kinofilmen existiert.
Zweitens: Woher kommt die Sicherheit, dass Computerspiele an irgendwas schuld sind? Es gibt meines Wissens nach keine einzige Studie, die einen kausalen Zusammenhang nachweist. Es gibt einige Studien, die einen Zusammenhang nachweisen, aber über die Kausalität gibt es keine Studien. Die Studien sind also ähnlich hilfreich bei der Entscheidungsfindung bezüglich eines Verbots wie eine Studie, die nachweist, dass 100% aller Attentäter in den letzten 48 Stunden vor dem Amoklauf geschlafen haben. Denn ist es nicht viel logischer anzunehmen, dass ein Mensch, der offensichtlich Gewalt gut heißt sich natürlich auch eine Freizeitbeschäftigung sucht, die zu dieser Neigung passen? Diese Frage hat bisher niemand beantwortet. Diese Frage wird meist nicht gestellt. Es wird als Allgemeinwissen hingestellt, dass dem so ist:
[Die Spiele] animieren Jugendliche, andere Menschen zu töten.
(Stoiber)
Wir wissen, dass Killer- und Folterspiele Nachahmungstaten anregen.
Diese Spiele verändern den Bezug Jugendlicher zur Realität grundlegend. Ihre Realität wird die Videowelt.
(Wolfgang Speck, Chef der Gewerkschaft der Polizei)
Belegt wird die Aussage nie.
Das spricht sich aber scheinbar so langsam auch bei den traditionellen Medien herum. Die Zeit hat auch eine kritische Erwiederung auf den oben zitierten Artikel gedruckt. Die Tagesschau meldet sich auch kritisch zu Wort:
Doch dass der Konsum von Gewaltdarstellungen eine direkte Auswirkung auf das Verhalten des Betrachters oder Spielers habe, ist keineswegs belegt. Im Gegenteil: Empirische Nachweise für diese “monokausalen und linearen Zusammenhänge” gebe es in der Forschung nicht, sagt Medienwissenschaftler Achim Hackenberg von der Freien Universität Berlin.
Und es gibt mehr Beispiele. Auch in der Politik. Und das macht mir Hoffnung. Vielleicht spricht sich das eines Tages soweit herum, dass die Verbotsforderungen auch in der Allgemeinheit als das angesehen werden, was sie sind: Unqualifiziertes Gesabbel…
Die NPD, ihr Verbot und die Demokratie
Nach einiger Zeit mal wieder ein Eintrag, der nichts mit Indien zu tun hat.
In den letzten Wochen und Monaten ist das Thema Rechtsextremismus wieder prominent in der Presse vertreten. Insbesondere die NPD wurde nach ihren Wahlerfolgen wieder verstärkt thematisiert. Aber anstatt sich mit den Gründen für ihren Erfolg auseinanderzusetzen, wird ihr Verbot gefordert. Die NPD wird als das Problem dargestellt, nicht der Rechtsextremismus. Das finde ich sehr gefährlich.
Laut einer aktuellen Studie vertreten 25% der Deutschen rechtsextreme Standpunkte. 15% der Deutschen halten einen Führer für eine gut Idee. Das ist ein viel größeres Problem als die NPD. Vor allem ist dieses Problem die Ursache für den Erfolg der NPD. Und deswegen bin ich der Meinung, dass man dieses Problem angehen muss – und dabei hilft ein NPD-Verbot nicht.
Warum? Ein Verbot spielt der NPD in die Hände, sie kann sich weiter als Opfer der demokratischen Parteien darstellen. Sie wird behaupten, dass sich die demokratischen Parteien nicht gegen ihre Ideologie verteidigen können. Dass die NPD-Lösungen nicht mit Argumenten angreifbar seien.
Und was soll man ihnen entgegnen? Eine öffentliche Beschäftigung mit der Schwachsinnigkeit dieser “Lösungen” findet ja nicht statt. Wer nicht über die nötigen Hintergrundinformationen und die nötigen Statistiken verfügt, für den sehen diese Lösungen einfach aus und einfache Lösungen sind immer gut. Dass sie nicht funktionieren liegt an nicht-trivialen Zusammenhängen. Diese einfach verständlich darzustellen ist möglich – es muss nur jemand tun. Und zwar öffentlich. So dass es jeder Bürger verstehen kann.
Das Parteiprogramm der NPD ist nur 14 Seiten lang. Warum gibt es keine Ausarbeitungen dazu bei den etablierten Parteien, wo die Forderungen genau diskutiert werden? Warum gibt es keine kurzen Übersichten über die wichtigsten Forderungen der NPD (und anderer rechtsextremer Parteien) und den Gründen, warum diese oder jene Forderung Quatsch ist? Warum gibt es kein kleines Info-Heftchen, dass ein paar Wahlkampfhelfer der etablierten Parteien – gerne auch gemeinsam! – in der Nähe von NPD-Ständen, DVU-Ständen oder bei sonstigen Wahlkampfveranstaltungen der rechtsextremen Parteien verteilen?
Das kostet natürlich mehr Anstrengung als ein Verbot zu fordern. Aber dafür löst es das Problem. Denn wenn jeder Bürger versteht, warum die NPD-Lösungen nicht funktionieren, dann wird sie auch (fast) niemand wählen. Natürlich gibt es dann einzelne, die das nicht einsehen wollen, aber das sind dann wirklich einzelne. Einzelne sind keine Gefahr für eine Demokratie.
Es gibt aber noch einen zweiten Punkt, der zu beachten ist. Denn sicherlich sind auch einige Teile der NPD-Wählerschaft gar keine Rechtsextreme sondern Protestwähler, die mit den Forderungen der NPD und ähnlicher Parteien gar nichts am Hut haben. Wähler, die sich von den übrigen Parteien nur deswegen abgewendet haben weil sie sich ignoriert fühlen. Die dadurch den Glauben an die Demokratie verloren haben. Da finden sich auch die oben genannten 15% die einen Führer wollen wieder. Auch diese Menschen muss man für die Demokratie zu begeistern versuchen. Und auch bei diesen Menschen bin ich überzeugt, dass das geht. Der wichtigste Punkt hier ist endlich zu zeigen, dass Demokratie funktioniert. Dass bei uns in Deutschland wirklich das Volk regiert und nicht “die da oben”. Dazu gehört insbesondere: Keine Arroganz gegenüber dem Volk. Offen mit den Menschen diskutieren. Seine Entscheidungen begründen. Und auch Entscheidungen zurücknehmen, wenn die Menschen sie nicht wollen. Es kann nicht sein, dass eine Regierung, deren Politik ihre Umfragewerte hat einbrechen lassen, sich mit “wir müssen unsere Politik besser erklären” rausredet – und dann auch noch genau so weitermacht. Natürlich kann es sein, dass Entscheidungen richtig aber unpopulär sind. Dann muss man das aber ändern. Dann muss man klar machen warum sie richtig sind. Und dann müssen sie funktionieren. Entscheidungen, bei denen ein großer Teil der Bevölkerung klar der Meinung ist, dass sie nicht richtig sind, müssen dann auch zurückgenommen werden. Sie dürfen eigentlich gar nicht getroffen werden. Demokratie ist keine Politik von 20% gegen 80% der Bevölkerung.
Wenn das umgesetzt wurde bin ich überzeugt, dass sich daraus wieder eine Zufriedenheit der Bevölkerung mit der Politik und den Parteien ergibt. Die NPD und – und das ist wichtig – ähnliche Parteien werden an den Rand gedrängt, ihre “Lösungen” allgemein als Quatsch abgetan. Die demokratischen Parteien werden wieder Stimmen gewinnen. Und die Politikverdrossenheit wird zurückgehen. Und dann braucht man auch kein NPD-Verbot mehr. Warum eine Partei verbieten, die sowieso nur wenige Tausend Wähler bekommt? Sie ist für niemanden, insbesondere nicht für die Demokratie, eine Gefahr.
Delhi
Letztes Wochenende waren wir in Delhi. Freitag ging es los, Sonntag zurück. Donnerstag ist uns aufgefallen, dass wir ja noch zum Flughafen kommen müssen. Unser Flug ging um 2:35, also mitten in der Nacht. Das führte dazu, dass Rickschas eine schlechte Idee waren – die kriegt man um die Zeit nicht mehr unbedingt. Also habe ich in letzter Minute im Büro noch ein Auto organisiert, dass uns dann um 1 Uhr für 600 Rps zum Flughafen fahren sollte. Zum Vergleich: Mit der Rickscha kostet die Strecke weniger als 50 Rps. Der Wagen kam dann auch mehr als pünktlich. Aus der Bestellung (1 Uhr) wurde in der Mail vom Transport Desk zu der Firma mit den Autos schon 12:30 und beim Fahrer kam dann 11:30 an. So stand er dann auch für seine Zeit pünktlich, für uns viel zu früh vor der Tür und musste dann erstmal noch warten. Wir hatten nämlich noch nicht gepackt und was sollten wir auch so früh am Flughafen? Um kurz nach 1 ging es dann aber los.
Am Flughafen bewiesen wir dann mal wieder meine These, dass Flughafensicherheit reine Show ist. In Indien wird das Gepäck beim betreten des Flughafens durchleuchtet und dann versiegelt. Das ist jedenfalls die Idee. Die Versiegelung ist aber eher ein Witz. Bei meinem Rucksack wurde bisher immer nur eine von drei Taschen versiegelt. Bei meiner Sporttasche, die ich inzwischen habe, wurde auch meist so schlecht versiegelt, dass ich sie noch gut öffnen konnte. Außerdem darf man auch hier nichts flüssiges ins Handgepäck nehmen. Als wir schon durch die Durchleuchtung gegangen waren und beim Einchecken standen ist Fabian dann eingefallen, dass er ja noch Handcreme im Rucksack hatte. Also hat er die da raus genommen und vor den Augen der Leute beim Check-In in die angeblich versiegelte Tasche gepackt. Keiner hat was gesagt…
Danach ging es dann aber problemlos in den Flieger, wo ich sehr schnell eingeschlafen bin. Bei der Zwischenlandung in Hyderabad bin ich nochmal aufgewacht, sonst habe ich den Flug fast komplett verschlafen.
In Delhi angekommen haben wir uns dann auf zwei Taxis verteilt und sind zu unserem Hotel gefahren. Als wir das Hotel aber gesehen haben, haben wir uns spontan entschieden, ein anderes Hotel zu nehmen. Die Zimmer waren alles andere als toll, sie waren klein, dreckig und insgesamt in keinem guten Zustand. Auf der Fahrt sind wir aber an einigen Hotels vorbeigekommen die von außen deutlich besser aussahen, also gingen wir zu denen und klapperten sie ab. Die ersten waren auch nicht wirklich gut, aber das dritte oder vierte sah recht gut aus und war auch bezahlbar. Da nahmen wir uns dann also zwei Zimmer und legten uns erstmal nochmal schlafen.
Mittags standen wir dann auf und gingen erstmal Frühstücken. Mit der Fahrradrickscha fuhren wir ein paar Minuten zum Restaurant und machten dabei einen dicken Fehler – wir hatten nicht über den Preis gesprochen. Die Fahrer verlangten dann erst 15 Rupien pro Rickscha. Dann 30. Dann 50. Zum Vergleich: In Bangalore hätten wir ein Problem gehabt einen Fahrer zu finden, der die Strecke überhaupt gefahren wäre – weil sie zu kurz war. Ich drückte meinem Fahrer dann schon überhöhte 15 Rps in die Hand und bin einfach gegangen, die anderen machten das ähnlich. Das Frühstück war aber in Ordnung und dabei hatten wir etwas Zeit, den Tag zu planen. Die Planung ging aber voll in die Hose. Dazu muss man erklären: Delhis Rickschafahrer sind durch die Bank Abzocker der übelsten Sorte. Was noch dazukommt: Es gibt nicht sehr viele. Sie verlangen also Preise völlig jenseits von Gut und Böse im Wissen, dass man da 10 Minuten dumm rumsteht, wenn man die Preise nicht zahlt. Ich stand das erste Mal wirklich lange an einer gut befahrenen Straße, ohne dass eine leer Rickscha vorbeikam… Diese Abzocke ging aber auch außerhalb der Rickschas weiter. In den Reisebüros wird man genauso abgezockt. Auch in den staatlichen. Und von Straßenhändlern auch. Eigentlich überall. Es hat mich am ersten Tag sehr genervt. Wir wollten dann erst ein bisschen rumfahren. Daraus wurde nichts, weil unser Rickschafahrer uns zu einem Reisebüro gefahren hat. Da sollten wir übel abgezockt werden. Also wieder raus. Dann wollten wir mit einer Rickscha zu nem anderen Reisebüro, was laut Reiseführer ok sei. Da hat uns der Fahrer natürlich nicht hingefahren, sondern woanders hin. Wir haben es dann erstmal aufgegeben und uns am Connaught Place, einem großen Kreisverkehr in der Stadtmitte, getroffen. Da war auch ein Levi’s-Laden und wir hatten gehört, dass das hier angeblich spottbillig sei. Die Preise waren aber natürlich auf die Rupie die gleichen wie in Bangalore. Trotzdem sind wir kurz shoppen gegangen und wollten danach dann zu einer Touristeninformation, die laut Reiseführer gut sein sollte. Auf dem Weg dahin haben uns aber natürlich wieder Leute abgefangen und woanders hingeschickt, wo wir mal wieder abgezockt werden sollten – obwohl das Reisebüro im Reiseführer als gut stand. Den Reiseführer kann man also auch vergessen. Danach sind wir zu Fuß zum India Gate. Auf dem Weg sind wir beim Göthe-Institut vorbeigekommen, wo wir uns einen Kuchen in der Cafeteria geholt haben. Am India Gate hatten wir aber, wie irgendwie am ganzen Tag, auch Pech. Der indische Präsident hatte da einen Auftritt, weswegen es recht großflächig abgesperrt war. Zum Abschluss des Tages sind wir noch zum Red Fort gefahren und haben uns da eine Licht-Show angeguckt, die die Geschichte von Delhi erläutert hat.
Am nächsten Tag haben wir uns einige Sehenswürdigkeiten angeguckt. Aber der Tag fing gleich wieder mit Abzocke an. Wir wollten zwei Rickschas für den kompletten Tag haben. Darüber mussten wir 20 Minuten mit zwei Rickschafahrern diskutieren, weil die immer wieder ihre Angebote geändert haben. Kaum hatten wir einen akzeptablen Preis ausgehandelt ging der Preis plötzlich wieder hoch. Irgendwann hatten wir dann aber doch einen Preis ausgehandelt und sind losgefahren. Kaum waren wir losgefahren ging das schon wieder los. Ob wir nicht ein Taxi haben wollten, das wäre doch kaum teurer… “Nein.” “Aber es ist kaum teurer” “Egal, wir wollen keins” “Nur 1000 Rps” (statt 800 für die Rickschas). “Nein.” So ging das immer weiter. Dann kamen wir am Taxistand vorbei und die Rickschas hielten da einfach an. Da hatten wir dann keine Lust mehr. Wir stiegen aus und gingen zu einem Taxi. Sofort liefen uns die beiden Rickschafahrer hinterher und wollten uns zu “ihren” Taxis lotsen. Jedes Taxi, in das die beiden uns lotsen wollten, mieden wir und nahmen uns dann eins, dass uns für 700 Rps den ganzen Tag rumfahren wollte. Die beiden Rickschafahrer wollten daraufhin natürlich von uns Geld für die Strecke bis zum Taxistand, was wir natürlich nicht bezahlten. Mit dem Taxifahrer ging dann aber endlich alles glatt. Wir fuhren erst zum India Gate und von da zum National Museum. Da kamen wir alle als Studenten rein – für je eine Rupie. Normalpreis für Ausländer: 200 Rupien. Das Museum war nicht so besonders spannend, aber schon ok. Danach ging es zu einem Grab, dass vom gleichen Architekten gebaut worden war wie das Taj Mahal. Da habe ich das erste Mal meine Registrierung benutzen können und kam für den Preis für Inder rein. Das Grab war schon ziemlich beeindruckend, die ganze Anlage drumherum auch. Danach ging es zu einem großen “Spirituellen Zentrum”, was grade erst eröffnet wurde. Sehr schön gemacht, sehr beeindruckend. Dort sahen wir auch eine Licht-und-Wasser-Show, die ziemlich cool war. Außerdem gab es da für uns was zu essen. Ich hab mir Samosas geschnappt, die es da für 5 Rupien pro Stück gab. Als Abschluss des Tages ging es dann ins TGI Friday’s, ein amerikanisches Restaurant, wo wir leckere Burger aßen. Sie waren allerdings erst im zweiten Anlauf lecker, im ersten war das Fleisch fast ungebraten, so dass wir sie wieder zurückgingen ließen.
Am nächsten Morgen ging es früh los nach Agra zum Taj Mahal. Also hieß es erstmal viel Auto-fahren. Von Delhi nach Agra sind nämlich 200 km, was in Indien eine gute Strecke ist. Nach 5 Stunden waren wir dann am Taj Mahal angekommen. Dort gesellte sich ein Führer zu uns, der uns dann das Taj Mahal zeigte. Er war aber nicht so wirklich vertrauenswürdig, vor allem nach der ganzen Abzocke der letzten Tage. Er wollte z.B. unsere 750 Rupien Eintritt haben und die Karten für uns besorgen, obwohl es gar keine Schlange gab. Also haben wir das alles selbst gemacht und so ging dann auch alles gut. Das Taj Mahal selbst war beeindruckend, aber viel zu erzählen gibt es da nicht…
Vom Taj Mahal ging es gleich wieder zum Flughafen in Delhi, wo wir wieder in einen Flieger stiegen, dessen Flug ich komplett verschlief. Ich bin wieder nur in Hyderabad aufgewacht als wir etwas unsaft aufgesetzt sind, sonst habe ich vom Flug nichts mitbekommen. Um 2:15 Uhr morgens waren wir dann wieder im Guesthouse, wo ich noch 4 Stunden schlief und dann wieder zur Arbeit fuhr.